In Peking läuft das Leben auch in den Zeiten der Pandemie wieder weitgehend normal. Anders als bei uns tragen die meisten einen Mundschutz.
Foto: dpa

BerlinDer stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Michael Theurer, hat das Vorgehen der Bundesregierung in der Corona-Epidemie kritisiert. Die Regierung müsse schnellstmöglich einen Expertenrat einrichten, in dem neben Virologen auch Arbeitsmediziner und Ökonomen an einer Strategie mitarbeiten, wie es baldmöglichst eine „neue Normalität“ geben könne.

Zurück in die Werkshallen

„Wir brauchen eine differenzierte Öffnungsstrategie“, sagte Theurer der Berliner Zeitung. „Wir können das Land nicht monatelang im Stillstand halten.“ Die Produktion in Industriehallen mit nötigem Sicherheitsabstand und Mundschutz sei sicher leichter wieder hochzufahren, als etwa die Automontage in Teams, die sehr eng zusammenarbeiten. Für diese unterschiedlichen Arbeitsweisen müsse es auch unterschiedliche Lösungen geben.

Scharfe Kritik übte Theurer an der bisherigen Vorgehensweise bei der Beschaffung medizinischer Schutzkleidung. „Das Krisenmanagement der Bundesregierung war lange Zeit unkoordiniert“, sagte er. „Dabei hat man wertvolle Zeit verloren.“ Seit Wochen fordere er, dass Wirtschaftsminister Peter Altmaier einen Krisenstab einberufe, der Lieferketten sicherstelle. Altmaier wurde am Montag in der Sitzung des Corona-Kabinetts damit beauftragt, die inländische Produktion dieser Waren voranzutreiben.

Lob für Österreich

Der FDP-Politiker lobte die Vorgehensweise des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz. Dieser hatte am Montag einen Zeitplan für die allmähliche Lockerung der strikten Epidemie-Maßnahmen vorgelegt. In der nächsten Woche öffnen bereits die ersten Geschäfte wieder. Großveranstaltungen wird es aber auch in Österreich auf absehbare Zeit nicht geben.