FDP wieder im Bundestag: Der Erfolg der Liberalen hat ein Gesicht

Berlin - Mit etwa zehn Prozent der Stimmen hat die FDP die Rückkehr in den Bundestag geschafft. 2013 war sie nach 64 Jahren ununterbrochener Parlamentszugehörigkeit mit 4,8 Prozent an der Sperrklausel gescheitert. Der Erfolg hat ein Gesicht: Christian Lindner. Der Ende 2013 gekürte FDP-Chef führte die Liberalen aus einem tiefen Tal. Mit der Parole „Denken wir neu“ brachte er für die FDP „neue“ Themen wie die Bildungspolitik nach vorn. Althergebrachte Forderungen nach Steuersenkungen rangierten unter „ferner liefen“. 

2014 begann die Aufholjagd

Nach der Pleite 2014 bei der Europawahl (3,4 Prozent) sowie dem Verlust der Mandate und der letzten Regierungsbeteiligung in Sachsen begann die Aufholjagd: Bei allen Landtagswahlen seit Februar 2015 in Hamburg konnten die Liberalen zulegen. Zuletzt wurden sie 2017 in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen zweistellig. 

Mittlerweile sind die Freien Demokraten in 9 der 16 Landtage vertreten. In Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen stellen sie Minister. Dabei waren sie offen für drei Koalitionsmodelle: die Ampel (rot-gelb-grün) in Rheinland-Pfalz, Jamaika (schwarz-grün-gelb) in Schleswig-Holstein und das klassische bürgerliche Bündnis (schwarz-gelb) in Nordrhein-Westfalen.

Auf Bundesebene hat die FDP nur unter den Kanzlern Kurt Georg Kiesinger (CDU) und Gerhard Schröder (SPD) nicht mitregiert. Ihr bestes Wahlergebnis errang sie 2009 mit 14,6 Prozent. Weil die FDP unter Guido Westerwelle viel versprochen hatte, aber nur wenig umsetzen konnte, stürzte sie 2013 ab. (dpa)