Das Flugzeug der Flugbereitschaft der Bundesregierung war nach einer Funktionsstörung kurz nach dem Start umgekehrt und mit großen Problemen auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld gelandet (16.04.2019).
Foto: dpa/Marcel Russ

BerlinDer schwere Unfall eines Regierungsfliegers im April 2019 wurde laut dem abschließenden Untersuchungsbericht der Bundeswehr durch gravierende Fehler einer Tochterfirma der Lufthansa ausgelöst, berichtet Spiegel Online am Montag. Lufthansa Bombardier Aviation Services (LBAS) hatte den Jet vor dem Unglücksflug umfangreich überholt. Das Unternehmen ist ein Joint Venture von Bombardier und Lufthansa.

Die Zusammenfassung des Abschlussberichts zur Ursache der Bruchlandung in Berlin-Schönefeld am 16. April sei eindeutig. Demnach waren „handwerkliche Fehler bei Einbau- und Einstellarbeiten“ an der Jet-Steuerung „zweifellos das den Unfall auslösende Moment“, zitiert Spiegel Online aus dem Bericht.

Laut Bericht hätten die Mechaniker ein zentrales Teil der Steuerung falsch eingebaut. Sowohl der falsche Einbau als auch fehlende Kontrollen danach waren ein "direkt wirkender Faktor" für den Unfall, so der Bericht.

Durch den Fehler hätten die Spoiler "seitenverkehrt" reagiert. Die Folge: Als die Piloten eine Linkskurve einschlagen wollten, neigte sich der Jet nach rechts. Dies führte dazu, dass die Piloten nach Erreichen der Flughöhe das erste Mal die Kontrolle über ihren Jet verloren. Kurz darauf kippten sie in einen Sturzflug mit einer Neigung von fast 40 Grad ab, verloren schnell 1100 Meter Höhe. Erst rund 600 Meter über dem Boden konnten sie den Jet abfangen.

Tragflächen schrammten über den Boden

Das Flugzeug war nach damaligen Angaben der Luftwaffe gerade bei einer mehrwöchigen Wartung beim Hersteller in Schönefeld gewesen und auf dem Weg zurück nach Köln, als eine Funktionsstörung angezeigt wurde. Die Piloten entschieden sich zur Umkehr.

Bilder zeigten, dass der an sich als zuverlässig geltende Jet kurz vor der Landung in starker Schräglage und nicht stabil war. Er schrammte nach Angaben der Luftwaffe mit beiden Tragflächen den Boden. Ein Sprecher der Luftwaffe sprach später von einer „fliegerisch brenzligen Situation“.