PARIS - Das Pariser Theater Lavoir Moderne scheint Mittagsschlaf zu halten. Ganz still ist es im Foyer. Der Lärm des von Schwarzafrikanern und Arabern belebten Stadtviertels Goutte d’Or im Norden der Stadt findet nicht den Weg ins Foyer. Das grelle Sonnenlicht auch nicht. Im Halbdunkel zeichnen sich die Umrisse mächtiger Balken ab. Ohne diese Stützen hatte das vor gut anderthalb Jahrhunderten als öffentlicher Waschplatz konzipierte Gebäude der Zeit kaum so lange getrotzt. Eine Holzstiege führt vom Foyer hinauf ins Obergeschoss. Die Tür am Ende der Stiege steht offen. Am Vortag war sie noch verschlossen. Die Mitarbeiter des Theaters sagen, dahinter sei es heftig zur Sache gegangen.

Inna Schewtschenko, die Gründerin der ukrainischen Frauenrechtsbewegung Femen, hat im ersten Stock des Gebäudes das neue Hauptquartier der Bewegung eingerichtet – Trainingscamp inklusive. Rund zwanzig Mitstreiterinnen hat die 22-Jährige angeworben. Sie haben ihrem Heimatland im vergangenen Sommer den Rücken gekehrt und in Frankreich Asyl beantragt. Kaum formiert, ging Femen France auch schon zum Angriff über, im Visier den alten Feind, das Patriarchat im Allgemeinen, die Kirche im Besonderen.

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