Es gibt Ämter, die man beim besten Willen nicht ablehnen kann. Das der First Lady ist so eines, und wenn Frank-Walter Steinmeier am Sonntag zum zweiten Mal zum Bundespräsidenten gewählt wird, wird Elke Büdenbender, seine Frau, ihr Amt auch wieder übernehmen. Ohne Wahl, ohne Bezahlung, jedoch fest eingeplant in den protokollarischen Abläufen an der Spitze des deutschen Staates. Aber natürlich nicht gegen ihren Willen. Wie man weiß, hatte Steinmeier die ausdrückliche Zustimmung seiner Gattin, als er sich im vergangenen Jahr für eine zweite Amtszeit bewarb.

Nach der ersten Berufung des Sozialdemokraten zum Bundespräsidenten vor fünf Jahren ließ Büdenbender (60) sich von ihrem Posten als Richterin am Berliner Verwaltungsgericht beurlauben. Das brachte ihr Kritik aus feministischen Kreisen ein: Eine Frau, die wegen des Berufs ihrs Mannes den eigenen aufgibt, biete ein schlechtes Beispiel. Sie habe diese Entscheidung aber ganz autonom getroffen, sagte die Juristin dazu. Zu ungewohnt war damals die neue Rolle, zu schwer abzuschätzen, ob sich das so herausgehobene Ehrenamt und der Beruf irgendwie vereinbaren ließen, ob gar Zweifel an ihrer Unabhängigkeit als Richterin auftreten könnten.

Nach fünf Jahren Erfahrung weiß sie nun: „Ich kann das eine tun und muss das andere nicht lassen, und es wird sicher ein Kontrastprogramm. Aber es geht vieles, wenn man es will“, sagte sie der Süddeutschen Zeitung über ihre künftige Doppelrolle. Sie wird nämlich wieder als Richterin arbeiten, halbtags.

Büdenbender ist auch gar nicht die erste First Lady, die diesen Weg wählt. Veronica Carstens, die Ehefrau des konservativen Bundespräsidenten Karl Carstens, praktizierte während dessen Amtszeit 1979 bis 1984 ungerührt weiter als Hausärztin. Neben anderen Schirmherrschaften hat Elke Büdenbender übrigens jüngst auch jene über die Initiative Klischeefrei angenommen. Wie passend.