Magdeburg - Draußen vor dem Landgericht liegen Kreuze auf der Eingangstreppe, Dutzende Demonstranten rufen „Oury Jalloh, es war Mord“. Drinnen spricht Richterin Claudia Methling am Donnerstagnachmittag nach 66 Verhandlungstagen das Urteil: Wegen fahrlässiger Tötung muss der Polizist Andreas S. 10800 Euro Strafe zahlen. Er war Wachhabender an jenem 7. Januar 2005, als der Afrikaner Oury Jalloh im Keller einer Dessauer Polizeiwache in einer Gewahrsamszelle verbrannte.

Der 21-jährige Asylbewerber aus Sierra Leone war mit drei Promille Alkohol und Kokain im Blut von Polizisten eingeliefert worden, nachdem er frühmorgens Frauen in einem Park belästigt haben soll. Polizist S. hätte den Festgenommenen, der randaliert und um sich geschlagen hatte, beobachten lassen sollen, sagt die Richterin. Er sei verantwortlich gewesen für den Mann. Drei Jahre zuvor war in der Zelle schon einmal ein Schwerbetrunkener an schweren Kopfverletzungen gestorben. In Kenntnis dieses Falles, so Richterin Methling, hätte der Polizist anders handeln müssen.

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