Bogotá/Washington - US-Präsident Barack Obama hat nach dem Tod des kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro die engen Beziehungen zum Nachbarland betont. Die USA reichten dem kubanischen Volk „die Hand der Freundschaft“, erklärte Obama am Samstag.

„Geschichte wird mich freisprechen“

„Die Geschichte wird den enormen Einfluss dieser einzigartigen Figur auf die Menschen und die Welt um ihn herum beurteilen“, fügte der scheidende US-Präsident offenbar in Anspielung auf Castros berühmte Aussage „Die Geschichte wird mich freisprechen“ hinzu.

Obama hatte zusammen mit dem kubanischen Staatschef Raúl Castro die Annäherung der jahrzehntelang verfeindeten Nachbarstaaten vorangetrieben. Im Juli 2015 nahmen Kuba und die USA ihre diplomatischen Beziehungen wieder auf.

Gemeinsamkeiten in den Vordergrund stellen

Seine Regierung habe „hart dafür gearbeitet, die Vergangenheit hinter uns zu lassen“, und die Gemeinsamkeiten zwischen den USA und Kuba als „Nachbarn und Freunde“ in den Vordergrund zu stellen, erklärte Obama.

Castro war am späten Freitagabend (Ortszeit) im Alter von 90 Jahren in Havanna gestorben. Die kubanische Führung rief eine neuntägige Staatstrauer aus.

„Bewaffneter Kampf der falsche Weg“

Unterdessen haben die kolumbianische Regierung und die linke Guerillaorganisation Farc dem gestorbenen kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro für die Unterstützung des Friedensprozesses in dem südamerikanischen Land gedankt.

„Am Ende seiner Tage hat Fidel Castro eingesehen, dass der bewaffnete Kampf nicht der richtige Weg ist“, schrieb Präsident Juan Manuel Santos am Samstag auf Twitter. „Damit hat er dazu beigetragen, den Konflikt in Kolumbien zu beenden.“

„Es lebe Fidel“

Farc-Kommandeur Rodrigo „Timochenko“ Londoño schrieb: „Einer der großen Männer Amerikas und der Welt ist von uns gegangen. Ewiger Ruhm seinem Andenken. Es lebe Fidel.“

Farc-Chefunterhändler Iván Márquez schrieb: „Danke an Fidel für seine unermessliche Liebe zu Kolumbien. Der Friedensvertrag von Havanna soll unsere letzte Hommage an ihn sein.“

Die Friedensverhandlungen zwischen der kolumbianischen Regierung und den Farc wurden seit November 2012 in Havanna geführt. Nach dem Scheitern des Abkommens in einem Volksentscheid wurde am Donnerstag ein überarbeiteter Entwurf unterzeichnet. In der kommenden Woche soll der Kongress den neuen Friedensvertrag billigen. Santos war in diesem Jahr der Friedensnobelpreis zuerkannt worden. (red, dpa, afp)