Giuseppe Conte.
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London - Die Bonitätsnote Italiens werde von «BBB» auf «BBB-» reduziert, teilte Fitch am Dienstag in London mit. Die Note liegt damit nur eine Stufe über dem sogenannten Ramschniveau, das spekulative Anlageformen beschreibt.

Italien wurde von der Ausbreitung des Corona-Krise früh und besonders hart getroffen. Die Regierung hat weitgehende Maßnahmen zur Eindämmung ergriffen und das Wirtschaftsleben weitgehend lahm gelegt. Besonders belastet wurde der wirtschaftlich starke Norden des Landes. Italien litt schon vor der Krise unter einer anhaltenden Wachstumsschwäche.

Fitch geht davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt in Jahr 2020 um acht Prozent schrumpfen werde. Man erwarte, dass das Coronavirus in der zweiten Jahreshälfte unter Kontrolle gehalten werde und es im Jahr 2021 zu einer Erholung der Wirtschaft komme. Es könne aber noch schlimmer kommen, falls es zu einer zweiten Welle der Virusausbreitung komme und die Wirtschaft erneut heruntergefahren werden müsse, heißt es in der Mitteilung. Dann sei mit einer noch schwächeren wirtschaftlichen Entwicklung in diesem und im kommenden Jahr zu rechnen.

Der Schuldenstand dürfte laut Fitch um 20 Prozentpunkte auf 156 Prozent des BIPs bis zum Jahresende steigen. Mittelfristig dürfte er sich auf einem sehr hohen Niveau stabilisieren. Dies stelle ein Stabilitätsrisiko dar. Italien hatte schon vor der Corona-Krise den zweithöchsten Schuldenstand in der Eurozone.

Der Ausblick für das Rating ist laut Fitch stabil. Es droht also zunächst keine weitere Herabstufung. Fitch verweist auf die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), die die Finanzierungskosten für Italien niedrig halten dürfte. Das Rating könnte jedoch in Gefahr geraten, falls die Regierung keine glaubwürdige Wachstums- und Haushaltspolitik umsetze.

Das italienische Wirtschaftsministerium teilte am Abend mit, Minister Roberto Gualtieri habe die Entscheidung der Ratingagentur zur Kenntnis genommen. Die von Fitch genannte schwache wirtschaftliche Entwicklung des Landes, mit der die Agentur die Herabstufung begründe, sei allerdings äußeren und temporären Umständen geschuldet, hieß es in der Mitteilung in Bezug auf die Coronavirus-Pandemie. Andere Ratingagenturen hätten sich anders entschieden, hieß es weiter. «Die Grundlagen der italienischen Wirtschaft und der öffentlichen Finanzen bleiben solide.»