Washington - „Wir sind am Boden zerstört“, sagte Dan Fraijo und kämpfte mit den Tränen: „Wir haben 19 der besten Leute verloren, die man finden kann.“ Der Chef der Feuerwehr von Prescott hatte nur Minuten zuvor vom Tod seiner Kollegen erfahren. Die Mitglieder einer besonders geschulten Einsatztruppe kamen bei dem Versuch ums Leben, einen gewaltigen Buschbrand in der Region im US-Bundesstaat Arizona zu löschen. Experten vermuten, dass das Feuer den Männern den Fluchtweg abschnitt, als sie dabei waren, eine Schneise in das Buschland zu schlagen.

Art Morrison von der Forstverwaltung des Staates Arizona sagte, die Sicherheitszone sei offenbar zu klein gewesen. „Das Feuer hat sie einfach überholt. Als die Rettungsteams die Stelle erreichten, waren sie bereits tot.“ US-Präsident Barack Obama, der sich auf einer Reise durch Afrika befindet, nannte die Feuerwehrleute „Helden“. Sie seien hochprofessionelle Männer gewesen, die sich selbstlos in den Dienst der Gemeinschaft gestellt hätten“, hieß es in einer Erklärung des Weißen Hauses.

Die Männer bildeten ein sogenanntes Hot-Shot-Team, das zur Brandbekämpfung im Städtchen Yarnell, etwa 130 Kilometer nordwestlich von Phoenix, eingesetzt war. Ein vermutlich durch einen Blitzschlag ausgelöstes Buschfeuer hatte sich dort am Wochenende rasend schnell ausgebreitet und nach ersten Schätzungen etwa 200 Wohnhäuser zerstört.

Die ums Leben gekommenen Feuerwehrleute waren darauf trainiert, Schneisen in den Boden zu schlagen, um eine Ausbreitung des Brandes zu verhindern. „Das sind die Jungs, die mit 40, 50 Pfund Gepäck da raus gehen, fünf Meilen laufen und auch dort schlafen“, sagte Feuerwehrchef Dan Fraijo. Seine Männer wüssten normalerweise, wie sie für ihre eigene Sicherheit sorgen müssten, so Fraijo: „Leider gelingt das manchmal nicht.“ Arizonas Gouverneurin Jane Brewster sprach von einem „schwarzen Tag“.

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Seit der vergangenen Woche herrschen in der Region im Südwesten der USA extrem hohe Temperaturen. In Las Vegas wurden 46 Grad Celsius gemessen, im Death Valley sogar 54 Grad. In mehren Bundesstaaten im Westen des Landes sind Buschfeuer ausgebrochen.

Der Tod der 19 Männer ist für die Feuerwehren in den USA das schlimmste Unglück seit vielen Jahren. 1933 starben bei einem Brand in Los Angeles 25 Männer. Nach dem Terroranschlag auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001 kamen 340 Feuerwehrleute ums Leben.