Fluchtgefahr bei Raffaele Sollecito: Knox-Ex-Freund nahe Grenze aufgegriffen

Florenz - Der zusammen mit Amanda Knox erneut wegen Mordes verurteilte Italiener Raffaele Sollecito ist in der Nacht unweit der Grenze zu Slowenien und Österreich aufgegriffen worden. Die Polizei informierte den Ex-Freund der US-Amerikanerin über das vom Gericht in Florenz verhängte Ausreiseverbot wegen Fluchtgefahr, wie italienische Medien am Freitag berichteten. Sein Pass sei eingezogen worden. Der Italiener wurde nicht verhaftet, weil das Urteil vom Vorabend nicht rechtskräftig ist.

Sollecito war am Donnerstagabend in einem neuen Prozess zusammen mit Knox des Mordes an Kercher schuldig gesprochen worden. Er soll dem Urteil zufolge 25 Jahre ins Gefängnis, Knox 28 Jahre und sechs Monate. Die US-Bürgerin war dem Prozess ferngeblieben, es ist derzeit unklar, ob die USA sie bei einem entsprechenden Antrag Italiens ausliefern würden. Die Verteidiger der beiden Verurteilten haben bereits Berufung angekündigt.

Knox und Sollecito waren bereits im Jahr 2010 wegen des Mordes an Kercher im Jahr 2007 im italienischen Perugia zu 26 und 25 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Ein Berufungsgericht sprach sie jedoch 2011 nach vier Jahren Haft frei. Der neue Prozess in Florenz, in dem am Donnerstagabend das Urteil fiel, war 2013 vom obersten italienischen Berufungsgericht angeordnet worden, das Widersprüche und Unzulänglichkeiten im Berufungsverfahren sah. (afp, dpa)