Flüchtlinge in Berlin: Caritas warnt vor Kältetoten vor dem Lageso

Es ist kalt in Berlin am Mittwochmorgen. Regen und Wind hängen über der Stadt. Mehrere hundert Flüchtlinge warten vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) in der Moabiter Turmstraße, obwohl heute wegen einer Mitarbeiterversammlung nur das kleinere der Häuser offen ist. Einige Menschen haben Zelte mitgebracht, Kapuzen hochgezogen, Regencapes aus Plastik über die Jacken geworfen.

Die Kälte kommt in diesem Jahr früh nach Berlin, schon im Oktober. Vor dem Lageso frieren die Menschen, oft stellen sie sich schon mitten in der Nacht an, um mit ihrem Asylantrag an die Reihe zu kommen. Viele von ihnen besitzen keine ausreichend warme Kleidung. Die Hilfsorganisation Caritas fordert deswegen jetzt in einem offenen Brief den Berliner Senat auf, Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Eröffnung einer neuen Erstaufnahmestelle

"Unter den Wartenden sind Kleinkinder, die zitternd und blau angelaufen in der Kälte stehen. Wir können nicht mehr ausschließen, dass Menschen sterben", wird dort Caritasdirektorin Ulrike Kostka zitiert. Sie fordert, dass die Warteschlangen bei der Registrierung überdacht und beheizt werden. Die vorhandenen Zelte auf dem Lageso-Gelände sollen zudem auch nachts zugänglich gemacht werden.

Bei der Caritas begrüßt man die Eröffnung einer neuen Registrierungseinrichtung in der Bundesallee. In einem ehemaligen Bankgebäude eröffnet dort am Donnerstag eine Registrierungsstelle für Flüchtlinge. Sie soll zum zentralen Anlaufort werden und das Lageso entlasten, wo in den letzten Wochen täglich bis zu 1000 Asylbewerber ankamen. So soll die Registrierung und auch die Entscheidung über die Asylanträge deutlich beschleunigt werden.

Dennoch mache dies Wintermaßnahmen vor dem Lageso nicht obsolet, so die Caritas. "Da die Flüchtlinge jedoch weiterhin vom Lageso aus in die Bundesallee gebracht werden sollen, wird die Neueröffnung die Wartesituation am Lageso nicht entschärfen", steht in dem offenen Brief. Das Lageso-Gelände soll auch nach der Eröffnung der Einrichtung in der Bundesallee weiterhin als Wartebereich genutzt werden. Von dort werden die Flüchtlinge dann in Bussen nach Wilmersdorf gefahren.