Berlin - Die islamische Kultur und Religion könne nicht mit der christlichen verschmelzen, vielmehr entstehe Multikulturalismus mit getrennten Gesellschaften, findet Ungarns Regierungschef Viktor Orban. Der Islam habe nie zu Europa gehört, sagte der Rechtskonservative gegenüber dem „Focus“ und bezweifelt, dass sich die Hunderttausende Flüchtlinge auf lange Sicht in Europa integrieren lassen.

„Der Islam ist das Regelwerk einer anderen Welt.“

Orban betonte, Europa sei eine Lebensform der Freiheit der Gedanken, der Religion, der Rechtsgleichheit und der Gleichberechtigung von Mann und Frau. „Das sind kulturelle Werte, die wir verteidigen müssen.“

Wenn Deutsche und Franzosen kein Problem mit Parallelgesellschaften hätten, habe er nicht das Recht, dies zu kritisieren. „Aber hier in Ungarn entscheiden wir selber, ob wir das wollen oder nicht. Wir wollen nicht.“ Im „geistigen Sinne“ gehöre der Islam nicht zu Europa. „Er ist das Regelwerk einer anderen Welt.“

Europa könne nicht alle Notleidenden aufnehmen.

Ungarn betrachte die meisten Zuwanderer derzeit als Migranten, die ein besseres Leben wollten. „Aber ein deutsches Leben oder ein ungarisches Leben steht nicht jedem zu. Nur demjenigen, der dafür gearbeitet hat.“ Europa könne nicht alle Notleidenden aufnehmen.

Seit dem 15. September steht ein Zaun an der 175 Kilometer langen serbisch-ungarischen Grenze. Seither weichen die meisten Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Westeuropa über Kroatien aus. (dpa)