Berlin - Von der SPD sagt man häufig, dass es für sie in der Flüchtlingskrise besonders schwierig sei. Weil zu ihrer potenziellen Wählerschaft viele gehören, die großen Wert auf eine großzügige Willkommenskultur legen. Aber auch viele, die etwa in den großen Städten mit den Folgen der Zuwanderung direkt zu tun haben. Und die vor diesen womöglich Angst haben.

Nun stellt sich heraus: Auch für CSU-Chef Horst Seehofer – der sich stets darauf beruft, mit seinem harten Kurs die Meinung von Parteibasis und Wählerschaft zu vertreten – ist die Sache nicht unkompliziert. Denn für ihn gilt ja letztlich das, was Herbert Grönemeyer vor vielen Jahren in einem kritischen Lied über die Unions-Parteien gesungen hat: „Das C strahlt über uns riesengroß.“ Das C, das für christlich steht.

Widerstand gegen Seehofer

Der inhaltliche Kurs und auch die Rhetorik Seehofers ruft in den Kirchen Widerstand hervor. So haben sich 45 Ordensobere der katholischen Kirche in einem offenen Brief direkt an Bayerns Ministerpräsidenten gewandt. „Wir appellieren an Sie, unbedingt von einer Rhetorik Abstand zu nehmen, die Geflüchtete in ein zwielichtiges Licht stellt“, heißt es in dem Brief. Und weiter: „Wir plädieren vielmehr dafür, die Geflüchteten zuerst als Menschen zu sehen, die als Schwestern und Brüder zu uns kommen und unsere Solidarität brauchen.“

Mirjam Schambeck, eine der Initiatorinnen des offenen Briefes, sagte der Berliner Zeitung, sie gehe davon aus, dass unter den Unterzeichnern des Briefes nicht wenige sind, die üblicherweise mit der CSU sympathisierten. „Das Christliche und das Soziale ist uns wichtig. Dabei geht es nicht zuletzt darum, die Politik von den Bedürftigen her zu entwickeln“, erklärte sie. Sie könne aber nicht erkennen, dass Seehofer diesen Ansatz gerade in den Vordergrund rücke.

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