Berlin - Kanzlerin Angela Merkel hat sich hinter die umstrittene Entscheidung ihres Innenministers Thomas de Maizière (beide CDU) zum Umgang mit Syrien-Flüchtlingen gestellt. „Ich finde es deshalb richtig, weil wir uns ja einem fairen Verteilmechanismus in Europa nähern wollen. Wir brauchen eine faire Lastenteilung“, sagte Merkel am Freitag nach einem Treffen mit dem australischen Premierminister Malcolm Turnbull in Berlin. „Auf diesem Weg (der Lastenteilung) haben wir ja noch viele Hürden zu überwinden“, ergänzte die Kanzlerin.

De Maizière hatte die Entscheidung vom Sommer, das Dublin-Verfahren für Syrier auszusetzen, am 21. Oktober zurückgenommen, ohne Merkel oder Flüchtlingskoordinator Peter Altmaier (CDU) zu informieren. Daraufhin war der Union Chaos und Merkel Führungsschwäche vorgeworfen worden. Nach der Dublin-Verordnung muss jeder Bewerber seinen Asylantrag in dem EU-Land stellen, das er zuerst betreten hat. Ausnahme ist Griechenland - dorthin werden Schutzsuchende wegen der schlechten Aufnahmebedingungen nicht abgeschoben. (dpa)