Berlin - Manchmal sagen Bilder bereits so viel, dass Worte fast überflüssig werden. Von der Flutkatastrophe im Südwesten des Landes in diesem Sommer gibt es Bilder, die einen starken Eindruck hinterlassen, weil sie zeigen, wozu eine Naturgewalt wie herabströmendes Wasser in der Lage ist. Da sind Häuser zu sehen, die wie Legosteine um die eigene Achse verdreht und gekippt irgendwo hingeschoben wurden. Der Erdboden, auf dem sie einmal fest verankert standen, ist gar nicht mehr da. Gleich nebenan schmiegt sich ein Bächlein in eine Flusskehre. Kaum zu glauben, dass dieser Bach solche Verheerungen anrichten konnte.

30 Milliarden Euro wollen Bund und Länder in den kommenden Jahren in den Wiederaufbau nach der Hochwasserkatastrophe stecken. Mit dem Geld sollen Wohnhäuser und Arbeitsstätten, aber auch Schulen, Straßen, Bahngleise und andere Bauwerke wieder entstehen. Der Wiederaufbau ist notwendig. Damit ist allerdings noch nichts gesagt über die Art und Weise des Wiederaufbaus. Auf die kommt es aber an.

Der Rückversicherer Munich Re rät dringend dazu, stärker in Schutzmaßnahmen zu investieren, weil durch den Klimawandel Katastrohen dieser Art häufiger werden. Den Menschen bleibt nichts anderes übrig, als ihre Lebensweise diesen Gegebenheiten anzupassen. Einen reinen Wiederaufbau kann es demzufolge nicht geben. Was nützt ein neues Haus, wenn es bei der nächsten Flut wieder weggespült wird. 

An manchen Orten wird man gar nicht darum herumkommen, über alternative Standorte nachzudenken. Etwa, wenn der Erdboden, auf dem vorher Menschen gelebt haben, nicht mehr da ist. Aber auch an anderen Stellen sollten Standorte und Bauweisen vor dem Bauen auf ihre Tauglichkeit bei der Gefahrenabwehr überprüft werden. Bund und Länder brauchen einen Plan für einen möglichst katastrophensicheren Wiederaufbau.