Die Schlacht um Iwojima dauerte schon eine Woche, und ein Ende war nicht abzusehen, als der Sanitäter John Bradley Zeit für ein paar Zeilen nach Hause fand. Doch für das Grauen gab es keine Worte. Hunderte seiner Kameraden waren im Dauerfeuer der japanischen Verteidiger gefallen, etliche davon starben in seinen Armen: blutjunge Kerle so wie er, in den Bootcamps der Marines zu Kampfmaschinen ausgebildet und doch im Moment des Todes wie Kinder das immergleiche Wort auf den Lippen – „Mom“.

Mom Bradley erfuhr von alldem nichts. Er würde seinen linken Arm geben für eine gute Dusche und eine Rasur, las sie von ihrem Sohn. Und dass er nie geglaubt hätte, drei Tage lang ohne Essen, Trinken und Schlaf auskommen zu können. Aber er sei bei bester Gesundheit und habe bei der Feldmesse die Heilige Kommunion empfangen. Und dann, beinahe wie eine Randbemerkung, schrieb er noch: „Ich war mit der siegreichen Kompanie, die als erste den Gipfel des Suribachi erreicht hat. Ich war ein bisschen am Hissen der amerikanischen Flagge beteiligt und es war der glücklichste Moment meines Lebens.“

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