Berlin - Vier Tage nach dem Angriff auf Bremens AfD-Chef Frank Magnitz prüft die Staatsanwaltschaft Bremen ein angebliches Bekennerschreiben, wie zuerst die „Welt“ berichtete. Es wurde demnach von einer Antifa-Gruppe im Internet veröffentlicht und mittlerweile wieder gelöscht.

„Magnitz ... darf in Bremen und anderswo keinen Fuß mehr fassen und gehört wie jeder andere Nazi mundtot gemacht“, soll unter anderem in dem Schreiben gestanden sein, das am Mittwochabend auf der linksradikalen Internetplattform „Indymedia“ zu finden war.

Politisches Motiv weiterhin nur eine Möglichkeit

Die Urheber des Schreiben, eine Gruppe namens „Antifaschistischer Frühling Bremen“, unterstellten Magnitz darin außerdem „gute Kontakte in die rechtsextreme und faschistische Szene“. Ob es allerdings tatsächlich von den Tätern stammt, die Magnitz angegriffen haben, ist noch unklar.

Nach „Welt“-Informationen wird die Echtheit des Schreibens derzeit geprüft und weiterhin in alle Richtungen ermittelt. Behördensprecher Frank Passade sagte dem Blatt, ein politisches Motiv für den Angriff sei weiterhin lediglich „eine Möglichkeit“.

Bauarbeiten haben Angriff nicht beobachtet

Entgegen erster Darstellungen der AfD haben Bauarbeiter den Angriff auf Bremens AfD-Chef Frank Magnitz nicht direkt gesehen. Sie wurden durch Schreie auf den verletzten Magnitz aufmerksam und riefen den Krankenwagen. Von ihnen soll laut dem AfD-Abgeordneten auch der Hinweis stammen, dass ein „Kantholz oder so ähnlich im Spiel war“.

Gegenüber den Ermittlern gaben die Bauarbeiter jedoch an, kein Kantholz oder einen anderen Schlaggegenstand gesehen zu haben. Sie hätten die Tat selbst nicht beobachtet, da sie zunächst mit dem Rücken zu Magnitz und den Angreifern standen. Was sie mit dem AfD-Mann besprochen haben, konnten die Männer nicht genau angeben.

Magnitz war am Montagabend von drei vermummten Tätern nach dem Besuch eines Neujahrsempfanges in Bremen angegriffen und schwer verletzt worden. Er hat das Krankenhaus mittlerweile auf eigenen Wunsch wieder verlassen. (RND/lf)