Emmanuel Macron ist nur noch bein einem Drittel der Franzosen beliebt.
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ParisEs wird einsam um Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Seine mit 300 Mitgliedern ohnehin kleine Partei „La République en Marche“ verliert in rasantem Tempo Unterstützer. Schon bald könnte sie ihre Mehrheit in der unteren Kammer der Nationalversammlung einbüßen. Bei den Kommunalwahlen werden, so die Prognosen, die Rechtsextremen von Marine Le Pen triumphieren. Aber auch die Grünen können auf Zugewinne hoffen.

Macron hatte es vor drei Jahren meisterhaft verstanden, sich als politischer Außenseiter zu präsentieren – obwohl er lange Zeit als Minister des erfolglosen François Hollande gedient hatte. Der frühere Investmentbanker war mit einem nichtssagenden Programm angetreten. Sein Aufstieg bedeutete gleichzeitig den Niedergang der einst ruhmreichen französischen Sozialisten, Macrons ursprünglicher Partei.

Nur bei einem Drittel der Franzosen beliebt

Macrons Beliebtheit war nie besonders groß. Er agierte oft ungeschickt und wirkte mitunter arrogant. Berühmt wurden Aufnahmen, auf denen er Bürger belehrte, oder sich gegen Sicherheitsbeamte einen Weg zu bahnen versuchte. Heute hat nur noch ein Drittel der Franzosen eine gute Meinung vom Präsidenten.

Frédérique Tuffnell, eine frühe Unterstützerin, wandte sich vergangene Woche ab. Ihre Begründung: Macron verfolge eine unsoziale Politik mit seiner Rentenreform und habe die Notwendigkeit einer aktiven Umweltpolitik nicht verstanden.

Macron fehlt der Zugang zu einigen Themen

Der Stern des 42-Jährigen könnte tatsächlich im Sinken begriffen sein: Die Proteste der „Gelbwesten“ haben Frankreichs politische Koordinaten verschoben. Macron hat die ehrlichen Anliegen der aufgebrachten Bürger, die aus allen sozialen Schichten kamen, nie verstanden. Obwohl nach den Reformen die Arbeitslosigkeit deutlich zurückging, entstand kein Gefühl eines Aufbruchs.

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Mit der Klima-Debatte hat die Linke in Frankreich ein Thema gefunden, das von Macron nicht besetzt wird. Am Dienstag lud er seine Partei zu einem Wohlfühl-Treffen in den Elysée-Palast ein. Er sagte ihnen, dass er kein „autoritärer“ Präsident sei und bat um ihre Unterstützung.