Franziska Schreiber ist seit 2013 Mitglied der AfD und engagiert sich seit mehreren Jahren in der Jugendorganisation Junge Alternative in Sachsen. Sie betreibt einen Blog, in dem sie sich mit politischen und gesellschaftlichen Themen beschäftigt – aus konservativer Perspektive und argumentativ geschickt geschrieben. So kritisiert Schreiber etwa den „Multikulti-Schmalz“ des neuesten „Bibi und Tina“-Films oder setzt sich für das Recht für Frauen ein, Schusswaffen zu tragen. Den „letzten notwendigen Schritt zur Emanzipation“ nennt Schreiber das.

Partei ist „unwiederbringlich verloren“

Trotz dieser Ansichten, mit denen sie im linken Lager wenig punkten dürfte, sagt sich die 27-Jährige jetzt aber von ihrer Partei los. In einem Interview mit der „Berliner Morgenpost“ sagt sie sogar den Untergang der AfD voraus. „Die Partei ist unwiederbringlich verloren“ so Schreiber, wenn sie es nicht schaffe, sich vom völkischen Flügel zu trennen. Anders als noch in ihrem Blog vermerkt, sei sie bereits aus der AfD ausgetreten.

Die radikalen Ausfälle des Spitzenkandidaten Alexander Gauland hält sie für eine Strategie, um liberale Mitglieder aus der Partei zu drängen. Offenbar geht die Strategie auf, wie der Fall Schreiber zeigt. Sie selber werde  jetzt FDP wählen und könne sich auch einen Eintritt vorstellen. (cm)