Zwei von ihnen sind bald weg: Annegret Kramp-Karrenbauer, Ursula von der Leyen und Angela Merkel.
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BerlinFünfzehn Jahre mit Kanzlerin Angela Merkel an der Spitze der Regierung haben verborgen, dass Frauen in der Politik in Deutschland noch immer eine Minderheit sind. Der Anteil der Frauen im Bundestag ist während Merkels Amtszeit sogar zurückgegangen - auf 31 Prozent nämlich, das ist der niedrigste Stand seit 1998. Auf Landesebene in Berlin sieht es nicht viel besser aus. Nach der Wahl 2016 lag der Frauenanteil im Abgeordnetenhaus bei 33 Prozent, damit liegt Berlin laut einer Umfrage der Europäischen Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft im Vergleich zu den anderen Landesparlamenten auf Platz fünf, hinter dem Stadtstaat Hamburg. 

Seit 2011 ist der Anteil zweimal hintereinander gesunken - von knapp vierzig Prozent. Die meisten Frauen sitzen bei den Grünen und den Linken, die seit Jahren feste innerparteiliche Quotenregelungen haben, die wenigsten bei AfD, CDU und FDP. Seit 1945 gab es nur eine Oberbürgermeisterin – Louise Schroeder. Und sie amtierte auch nur übergangsweise und kommissarisch nach dem Krieg.

Es gibt verschiedene Bundesländer, die versuchen, eigene Regeln zu finden, um an dem Frauenmangel etwas zu ändern. Als erstes Land verabschiedete Brandenburg ein Paritätsgesetz, dann folgte Thüringen. Gegen beide Gesetze klagte die AfD. Die Partei lehnt Quoten und Maßnahmen zur Frauenförderung generell ab. Das Landesverfassungsgericht hat das Thüringer Gesetz gekippt. In drei Wochen wird in Potsdam über das Brandenburger Gesetz entschieden. Die Berliner Regierung aus SPD, Grünen und Linken diskutiert seit einem Jahr über eine Regelung, konnte sich aber noch nicht einigen.

Warum tun sich Frauen in der Politik immer noch so schwer? Welche Hürden müssen sie nehmen? Wir haben bei wichtigen Berliner und Brandenburger Politikerinnen auf Bundes- und auf Landesebene nachgefragt.