Köln - Ein Kommentar in der feministischen Zeitschrift „Emma“ hat in den sozialen Netzwerken für einen Sturm der Entrüstung gesorgt. Als Reaktion auf die Katastrophe um den in den französischen Alpen abgestürzten Germanwings-Flug 4U9525 fordert die Sprachwissenschaftlerin Luise Pusch von der Lufthansa die Einführung der Frauenquote im Cockpit.

Pusch schreibt: „Amoktrips sind Männersache. Und die Lufthansa hat 94 Prozent männliche Piloten. Das sollte sie ändern, meint Luise Pusch. 14 der 16 im Airbus zerschellten 'Schüler' sind Schülerinnen und die zwei 'Lehrer' sind Lehrerinnen. Die Opfer sind überwiegend Frauen, die Täter sind männlich“. Ursprünglich stammt der Kommentar von Puschs privaten Blog „Laut und Luise“. Die „Emma“ hat den Text mit Genehmigung der Autorin auf ihrer Internetseite veröffentlicht.

Frauenquote ist „nächstliegende“ Maßnahme

Pusch begründet ihre Forderung zusätzlich so: „Die Selbstmordquote [...] ist bei Männern viermal so hoch wie bei Frauen. Die Lufthansa könnte also das Risiko, dass ihre Piloten das Flugzeug zu Selbstmord und vielfachem Mord missbrauchen, mit jeder Frau, die sie zur Pilotin ausbilden, ganz erheblich reduzieren.“ Die Frauenquote im Cockpit zu erhöhen ist für die Autorin zudem die „nächstliegende“ Maßnahme, um Katastrophen wie den Flugzeugabsturz zu vermeiden.

Zum Schluss vergleicht Pusch die Lufthansa noch mit der katholischen Kirche: „Auch ganz unabhängig von Vorbeugungsmaßnahmen gegen weitere Katastrophen in der Luftfahrt ist die Erhöhung der Frauenquote im Cockpit richtig und längst überfällig. Die Lufthansa mit ihren 6 Prozent Frauen ist ja fast so schlimm wie die katholische Kirche.“ 

In den sozialen Medien reagieren die meisten User mit Entsetzen und Unverständnis. (lt)