Die scheidende CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer.
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BerlinBraucht die CDU eine Frauenquote? Eine Quote löst nicht alle Probleme, die Frauen davon abhält, sich politisch einer Partei zu engagieren, aber es hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten gezeigt, dass die Partei mit freiwilligen Verpflichtungen nicht weiterkommt.

Man muss sich nur im Bundestag umschauen: Von den 246 CDU-Abgeordneten sind 52 weiblich. Das sind rund 20 Prozent. So wenige waren es zuletzt 1998. Das ist für eine Partei, die sich auf die Fahnen schreibt, die Mitte der Gesellschaft zu repräsentieren, zu wenige.

Die CDU hatte zwar viele Jahre mit Angela Merkel eine Frau an der Spitze, aber das scheint eher hinderlich als hilfreich gewesen zu sein. Angela Merkel war zwar Frauenministerin zu  Beginn ihrer Karriere, aber sie ist damals so hart angeeckt, dass sie das Thema auf Eis gelegt hat. Erst auf den letzten Metern ihrer Amtszeit hat sie sich getraut zu sagen, dass sie die Parität für wünschenswert hält.

50 Prozent in mehreren Schritten bis 2025 – darauf hat sich die Satzungskommission geeinigt. Das klingt fortschrittlich. Aber es ist fraglich, ob der Parteitag das auch absegnet. Bisher hatte die Frauen-Union 33 Prozent gefordert, und das war stets abgeschmettert worden.

Ein Argument der Gegner: Nur 26 Prozent der Mitglieder sind Frauen. Es sei daher unfair gegenüber den Männern, wenn diese 26 Prozent dann 50 Prozent der Liste stellen. Aber vielleicht würden dann mehr Frauen in die CDU eintreten? Ein anderes Argument lautet, dass sich Kompetenz schon durchsetzen werde. Wie das dann aussieht, zeigt sich an der Bewerber-Runde für die Nachfolge von Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur: Da sind drei weiße, ältere Männer im Gespräch: Laschet, Merz, Röttgen.

Es wäre eine Ironie, wenn ausgerechnet auf dem kommenden Parteitag im Dezember, auf dem sich drei Männer um die Nachfolge von AKK und Angela Merkel bewerben, dann eine Frauenquote beschlossen würde. Es wäre beider Vermächtnis.