Berlin - Die FDP ist oben rechts angekommen. Parteichef Christian Lindner hat den „Basisdialog zur Zukunftsstrategie“, den er seiner Partei verordnet hat, als Pyramide aufmalen lassen. In dieser Grafik rangiert der „Freiheitskonvent“, der am Sonntag stattfand, fast an der Spitze. Darüber kommt nur noch seine Rede zum Dreikönigstreffen am 6. Januar 2015.

Noch nie hatte es jedoch einer seiner Vorgänger so schwer, denn die Partei hat bei der Bundestagswahl im September 2013 den Einzug in den Bundestag nicht geschafft. Auch bei den drei Landtagswahlen im Osten war die FDP unter fünf Prozent geblieben. In regionalen Foren sowie im Internet wird seither darüber diskutiert, was die Partei ändern muss, damit sie bei der Bundestagswahl 2017 die außerparlamentarische Opposition verlassen kann. Im Frühjahr wird zudem der NRW-Landtag gewählt, wo Lindner der FDP-Fraktion vorsitzt. Wenn seine Partei in Düsseldorf nicht im Parlament bleibe, sei es im Bund kaum zu schaffen, so Lindner.

„So macht uns Politik wieder Freude“, resümierte Lindner die Debatten in den fünf Arbeitsgruppen, zu denen rund 250 Liberale ins Thomas-Dehler-Haus gekommen waren. „Ich höre einen neuen FDP-Sound“, behauptete der Vorsitzende. Auch sei im Gegensatz zur früheren Praxis der Partei eher mit Frage- denn mit Ausrufezeichen gesprochen worden.
Lindner hatte sich für den Strategie-Prozess von der Boston-Consulting-Group begutachten lassen. Die Berater hatten der FDP bescheinigt, ihre Marke sei erstaunlich intakt. Sie empfahlen ihr, sich als Partei zu profilieren, die Chancen ermögliche. Auf einem Parteitag im Mai soll ein Papier „mit Manifest-Charakter“ verabschiedet werden.