Demonstrantin  auf der Demonstration von Schülern der weltweiten Bewegung FridaysForFuture.
Foto: Imago Images/IPON

BerlinVolker Quaschning, Professor für regenerative Energiesysteme, wählt eine drastische Metapher: Das Klimapaket der Großen Koalition sei in etwa mit einem Wasserglas vergleichbar, das man in ein brennendes Haus werfe. Das sei zwar richtig, aber eben viel zu wenig, sagt der Wissenschaftler und Mitbegründer von Scientists for future, der Zusammenschluss verbündeter Forscher, die die weltweite Umweltbewegung Fridays for future (FFF) unterstützt.

Die Jugendbewegung, die seit neun Monaten jeweils freitags zum Streik aufruft, will an diesem Freitag erneut weltweit auf den Klimawandel aufmerksam machen. Auch in Berlin soll am Brandenburger Tor und im Regierungsviertel demonstriert und gegen die „politische Untätigkeit der Bundesregierung“ protestiert werden.

Das Datum ist bewusst gewählt. Am Montag startet im spanischen Madrid die UN-Klimakonferenz. In Deutschland soll in rund 500 Städten gestreikt werden. Schon im September folgten weltweit Hunderttausende Menschen dem Aufruf von Fridays for future für einen globalen Klimastreik, allein in Berlin gingen 270 000 Menschen auf die Straße. Angemeldet waren 10 000 Menschen.

Emissionen sinken trotz aller Bemühungen nicht 

„Das Klimapaket der Bundesregierung ist eine Missachtung der Wissenschaft und der Zivilgesellschaft. Es zeigt die Unfähigkeit der Großen Koalition in Sachen Klimaschutz. Wir fordern daher eine grundlegende Bearbeitung des Klimapakets und gehen deswegen an diesem Freitag erneut auf die Straße“, sagte Quang Ahn Paasch, Student und Sprecher von Fridays for future. Franziska Wessel, bekannter Kopf der Berliner Organisation, die auch die Demo im September organisiert hat, sagt, dass es sie fassungslos mache, dass weder Politik noch die großen Unternehmen ihrer Verantwortung gerecht würden. „Die Klimabewegung war noch nie so groß wie jetzt. Und trotzdem sinken unsere Emissionen nicht“, betonte Wessel. Deutschland dürfe nicht ohne Ergebnisse zur Klimakonferenz nach Spanien fahren. „Das werden wir nicht hinnehmen. Daher werden wir ganz groß und ganz laut streiken“, sagt die 15-jährige Schülerin.

In Berlin startet die Protestaktion am Freitag um 12 Uhr am Brandenburger Tor. Gegen 13 Uhr soll der Demozug dann durch das Regierungsviertel ziehen. Die Route steht noch nicht fest, da man noch im Austausch mit der Polizei sei, so Wessel. Die Endkundgebung findet dann ab 14 Uhr wieder auf einer Bühne am Brandenburger Tor statt. Fridays for future bekommt dabei prominente Unterstützung: So werden Seeed, Anselm Bresgott und Heiko und Roman Lochmann auftreten. Unter anderen wird der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Reiner Hoffmann, und der Präsident der TU Berlin, Christian Thomsen, sprechen.