Friedensnobelpreis an Journalisten aus Russland und den Philippinen

Erstmals seit Michael Gorbatschow erhält ein Russe den Friedensnobelpreis. 

ARCHIV - 07.10.2021, Russland, Moscow: KOMBO- Der Chefredakteuer der Moskauer Zeitung «Nowaja Gaseta», Dmitri Muratow, spricht während eines Interviews mit der Agentur The Associated Press in Moskau (links, Aufnahme vom 07.10.2021). Die Journalistin und Chefin von Rappler, Maria Ressa, redet mit Reportern in Pasig auf den Philippinen am 29.03.2019 (r). 
ARCHIV - 07.10.2021, Russland, Moscow: KOMBO- Der Chefredakteuer der Moskauer Zeitung «Nowaja Gaseta», Dmitri Muratow, spricht während eines Interviews mit der Agentur The Associated Press in Moskau (links, Aufnahme vom 07.10.2021). Die Journalistin und Chefin von Rappler, Maria Ressa, redet mit Reportern in Pasig auf den Philippinen am 29.03.2019 (r). AP/dpa

Der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr an die Journalisten Dmitri Muratow aus Russland und Maria Ressa von den Philippinen. Beide würden „mutig“ für die Meinungsfreiheit in ihren Ländern kämpfen, sagte die Vorsitzende des norwegischen Nobelkomitees, Berit Reiss-Andersen. Die Meinungsfreiheit sei „eine Voraussetzung für Demokratie und dauerhaften Frieden“.

Muratow ist langjähriger Chefredakteur der russischen Zeitung Nowaja Gaseta, die 1993 als Abspaltung der Boulevardzeitung Komsomolskaya Pravda. Die Nowaja Gaseta wurde unter anderem von Michail Gorbatschow unterstützt - dem einzigen bisherigen Friedensnobelpreisträger aus Russland. Gorbatschow verwendete Teile seines Preisträger-Geldes, um die neue Zeitung in den Markt zu bringen. Muratow hat im Lauf seiner Karriere bereits zahlreiche internationale Auszeichnungen erhalten. Unter anderem ist er Mitglied der französischen Ehrenlegion. 

Laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass gratulierte auch Kreml-Sprecher Dimitri Peskow Muratow zu der Ehrung. Er sagte, Muratow arbeite „konsequent nach seinen Idealen“: „Er ist talentiert, er ist mutig. Der Nobelpreis ist eine hohe Auszeichnung. Wir gratulieren ihm.“

Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat die Vergabe des Nobelpreises an zwei Journalisten begrüßt und zugleich vor Gefahren für den Berufsstand gewarnt. Der Preis seine eine Hommage auf zwei Menschen, „die für alle Journalisten weltweit stehen, die für das Recht auf Information Risiken eingehen“, sagte Christophe Deloire, Generalsekretär der Organisation am Freitag vor Journalisten in Paris.

„Der Journalismus ist angeschlagen, weil die Demokratien es auch sind“, sagte Deloire. „Fake News und Gerüchte schaden dem Journalismus ebenso sehr wie den Demokratien“, fügte er hinzu. (mit AFP)