Berlin - In der CDU verdichten sich die Hinweise auf einen Wiedereinstieg des ehemaligen Unionsfraktionschefs Friedrich Merz in die Politik. „Ich möchte, dass die CDU Deutschlands, dass Annegret Kramp-Karrenbauer als unsere Vorsitzende, erfolgreich ist. Und dazu möchte ich beitragen“, sagte er am Freitagabend in Eslohe im Sauerland bei einer gemeinsamen Veranstaltung in ihrer Gegenwart.

Fast zeitgleich setzte Merz einen nahezu wortgleichen Tweet ab. Kramp-Karrenbauer hatte sich bei der Wahl zur CDU-Vorsitzenden nur knapp gegen Merz behauptet. Trotzdem setzt sie auf ihn. Und er vertraut ihr.

Merz will Merkels Ablösung

Allgemein wird spekuliert, dass Merz Bundeswirtschaftsminister werden könnte, weil Amtsinhaber Peter Altmaier in der Wirtschaft und der Union zunehmend unter Druck gerät. Das würde aber voraussetzen, dass Kramp-Karrenbauer alsbald Angela Merkel auch als Kanzlerin ablöst, worauf es keine Hinweise gibt.

Merkel verzichtete zwar am Mittwoch im Bundestag darauf, Altmaier zu verteidigen. Doch sie will Merz nicht im Kabinett. Darum drängt er nach Angaben des „Spiegel“ auf ihre rasche Ablösung.

Altmaier in Gefahr

Der sauerländische CDU-Bundestagsabgeordnete Patrick Sensburg, direkt gewählter Abgeordneter in Merz‘ früherem Wahlkreis, sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): „Annegret Kramp-Karrenbauer ist die Parteivorsitzende. Aber Friedrich Merz ist bereit, Verantwortung zu übernehmen. Da ist an ein Ministerium zu denken.“ Zwar mache Altmaier eine gute Arbeit, so Sensburg. Doch Merz‘ habe eine unbestreitbare Wirtschaftskompetenz und sei auch rhetorisch herausragend. Im Team wären Kramp-Karrenbauer und Merz „super“. (RND)