London - Am Samstagabend fuhren drei Attentäter auf der London Bridge mit einem Lieferwagen in eine Menschenmenge. Anschließend stachen sie wahlos mit Messern auf Personen ein. Dabei töteten sie sieben Menschen und verletzten 48 weitere, bevor sie von der Polizei erschossen wurden.

Auch Kneipenbesucher des „Black&Blue"-Pubs am Borough Market wurden von den Angreifern attackiert. Roy Larner, Fan des Londoner Fußballklubs FC Millwall, befand sich mit Freunden in der Kneipe und stellte sich den Attentätern mutig entgegen.

„Ich war alleine gegen alle drei"

Ihren Rufen „Das ist für Allah" soll er entgegnet haben: „Fuck you, I'm Millwall". Damit lenkte er wohl die Aufmerksamkeit auf sich. Nach eigener Aussage stellte sich der Fußball-Fan mit bloßen Fäusten einer Auseinandersetzung mit den bewaffneten Angreifern.

„Sie hatten diese langen Messer und brüllten. Ich habe einfach wie ein Idiot zurückgeschrien. Ich dachte: Ich muss mich über diese Bastarde einfach lustig machen", sagte der 47-jährige Larner der britischen „Sun". „Ich war alleine gegen alle drei. Ich versuchte, sie zu fassen zu kriegen und zu schlagen. Sie stachen mir in den Kopf, die Brust und in beide Hände. Überall war Blut." An seine eigene Sicherheit habe er in diesem Moment nicht gedacht.

Roy Larner wird in England zum Held

Wäre Larner nicht gewesen, wären in London möglicherweise noch mehr Menschen umgebracht worden. Durch seinen Einsatz konnten viele andere Passanten fliehen und den Attentätern entkommen. Larner erlitt zahlreiche Schnittwunden an Kopf, Brust und Händen. Er wurde im Krankenhaus operiert und befindet sich außer Lebensgefahr.

In England wird er nun als Held gefeiert und bekam von den britischen Medien den Spitznamen „The Lion of London Bridge“ verliehen, in Anlehnung an den Beinamen des Zweitliga-Aufsteigers Millwall. In der Vergangeheit hatte sich der Traditionsklub aus dem Osten Londons einen Ruf als Hooligan-Hochburg erarbeitet. Die berüchtigten Schlägertrupps des FC Millwall wurden auch in dem bekannten Spielfilm „Hooligans" aufgegriffen.

Eine Online-Petition fordert nun, dass Roy Larner das George Cross, die höchste Auszeichnung für Zivilisten in Großbritannien, verliehen bekommen soll.