Berlin - Noch immer ist über das Schicksal von Julian H., dem mutmaßlichen Macher des sogenannten Ibiza-Videos, keine gerichtliche Entscheidung gefallen. Der 40-jährige Österreicher sitzt seit neun Wochen in Berlin in Auslieferungshaft. Er wartet auf ein Votum des Kammergerichts, ob seine Auslieferung nach Österreich zulässig ist. Doch der Sicherheitsberater aus Wien wird sich wohl noch gedulden müssen. Denn der 4. Strafsenat des Kammergerichts hat vor wenigen Tagen beschlossen, die Entscheidung zurückzustellen. Ziel sei eine weitere Sachaufklärung, heißt es. Außerdem muss Julian H. in Haft bleiben. Anhaltspunkte dafür, dass der Mann in seiner Heimat politisch verfolgt werde, so wie es der Anwalt von Julian H. bekundete, sieht der Senat nicht.

Mit dem sogenannten Ibiza-Video, aufgenommen im Sommer 2017 in einer Finca auf der spanischen Baleareninsel, war der österreichische Rechtsaußen-Politiker und spätere Vize-Kanzler Heinz-Christian Strache zu Fall gebracht wurde. Der FPÖ-Chef Strache und Johann Gudenus, damals Fraktionschef der rechtspopulistischen Partei, hatten bei einem Treffen mit einer vermeintlichen russischen Oligarchennichte über mögliche Deals, illegale Parteispenden und Großaufträge geplaudert. Das Treffen wurde heimlich aufgezeichnet. Mutmaßlich auch von Julian H.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.