Die AfD Berlin - hier der Landesvorstand auf einem Parteitag - ist mit 17,3 Prozent Frauen unter ihren Mitgliedern Schlusslicht. 
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BerlinDie Landesverbände von AfD und FDP verzeichnen in der Berliner Parteienlandschaft mit Abstand den niedrigsten Frauenanteil bei ihren Mitgliedern. Das ergab eine Abfrage der Berliner Zeitung bei allen Parteien. Bei der FDP sind aktuell von 3.517 Mitgliedern 773 Frauen – also 21 Prozent. Bei der AfD sind von 1.531 Mitgliedern sogar nur 266 Frauen, also 17,3 Prozent.

Die konservative CDU, die gerade auf Bundesebene über eine parteiinterne, feste Frauenquote diskutiert, schneidet in Berlin hingegen prozentual nur wenig schlechter ab als die SPD. Die CDU meldet bei 12.796 Mitgliedern einen Frauenanteil von 33,4 Prozent. Beim Landesverband der SPD mit 19.800 Mitgliedern liege der Frauenanteil bei 34,4 Prozent, teilte eine Sprecherin mit.

Die Parteien Linke und Grüne sind Spitzenreiter, kommen aber trotzdem nicht auf fünfzig Prozent Parität: Beide haben rund 42 Prozent Frauen in ihren Reihen – die Grünen bei insgesamt 10.060 Mitgliedern, die Linke bei 7656.

Bei den Mandaten im Abgeordnetenhaus wollte die rot-rot-grüne Koalition dem chronischen Frauenmangel mit einem Paritätsgesetz entgegenwirken. Doch das lässt seit mehr als einem Jahr auf sich warten. Es gibt zwischen den Koalitionären offenbar unterschiedliche Auffassungen, wie die Regelung im Detail aussehen soll.

Der Frauenanteil unter den Abgeordneten der deutschen Parlamente liegt aktuell zwischen 21 und 40 Prozent. Mehrere Bundesländer versuchen eigene Regeln zu finden, um mehr Frauen in die Parlamente zu bringen. Brandenburg war das erste Land, das sein Wahlrecht für die übernächste Wahl geändert hat. in Thüringen wurde ein ähnliches Gesetz gerade vom Verfassungsgesetz gekippt. In Potsdam entscheidet das Verfassungsgericht am 20. August über das Paritätsgesetz. Dort hatten die AfD und die Piratenpartei geklagt.

Anne Helm, Fraktionsvorsitzende der Berliner Linken, sagte, man plane weiterhin, das Gesetz noch in dieser Legislaturperiode zu verabschieden. „Zugegeben, das wird knapp - aber nicht unmöglich.“