Für Familien in Not: Landesstiftung sammelt rund 80.000 Euro

Spenden gewinnen in Krisenzeiten noch einmal an Bedeutung. In Brandenburg unterstützt eine Landesstiftung seit 30 Jahren in Not geratene Familien. Nach einem...

ARCHIV - Günter Baaske, Schirmherr der Stiftung Hilfe für Familien in Not (hier noch Bildungsminister), redet.  a/Archiv
ARCHIV - Günter Baaske, Schirmherr der Stiftung Hilfe für Familien in Not (hier noch Bildungsminister), redet. a/ArchivBernd Settnik/dpa-Zentralbild/dp

Potsdam-Die Stiftung „Hilfe für Familien in Not - Stiftung des Landes Brandenburg“ hat in diesem Jahr etwa 80.000 Euro für Bedürftige erhalten. Das teilte Schirmherr Günter Baaske zum 30-jährigen Bestehen der Stiftung am Samstag der Deutschen Presse-Agentur mit. Auch die Institution bekomme die derzeitige Krise in Folge des Angriffs auf die Ukraine zu spüren. Der Spendenerlös sei im Vergleich zu den Vorjahren deutlich zurückgegangen, so der SPD-Politiker und Landtagsabgeordnete. In „besseren Zeiten“ seien es etwa 120.000 Euro an Spenden für bedürftige Familien gewesen. Der Druck auf die Spenderinnen und Spender in der Krise sei zu spüren.

Rund 25 Prozent aller Brandenburger Beschäftigten haben Baaske zufolge zwar von der Mindestlohnerhöhung im Oktober profitiert, viele hätten aber keine Rücklagen. Eine kaputte Waschmaschine, ein defekter Kühlschrank oder eine plötzlich vervielfachte Gasrechnung seien für viele Familien „nicht zu stemmen“, machte er deutlich.

Die Investitionsbank Brandenburg (ILB) übergab am Freitagabend bei einem Benefizkonzert in der Potsdamer Friedenskirche einen symbolischen Spendenscheck in Höhe von 15 000 Euro. Das Konzert ist traditionell ein Dankeschön an die Spenderinnen und Spender.

ILB-Vorstandschef Tillmann Stenger hob die Bedeutung der Institution neben den gesetzlichen Hilfsmöglichkeiten hervor. „Angesichts der steigenden Energiepreise und Lebenshaltungskosten nimmt die Zahl der hilfesuchenden Menschen derzeit weiter zu“, erklärte er. Mit jeder kleinen Spende könne benachteiligten Kindern geholfen werden.

Sozialministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) bezeichnete die Stiftung als unverzichtbaren Baustein im sozialen Gefüge Brandenburgs. Das gelte besonders in dieser Zeit der Mehrfachkrisen. Viele Familien hätten in einer schwierigen Situation unkompliziert Hilfe erhalten.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) dankte als Schirmherr des Benefizkonzertes den Akteuren der Stiftung, die sich seit Jahrzehnten für ihre Mitmenschen stark machten - genauso wie einst Stiftungsgründerin Regine Hildebrandt (1941-2001).

Hildebrandt war von 1990 bis 1999 in Brandenburg Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen gewesen. Die Gründung der Landesstiftung geht auf ihren Vorschlag zurück. Die Institution hilft in Not geratenen Familien sowie werdenden Müttern, wenn gesetzliche Leistungen nicht ausreichen und Hilfe auf andere Weise nicht möglich ist. Seit 1992 unterstützte die Stiftung nach eigenen Angaben mehr als 4760 Brandenburger Familien mit etwa 3,5 Millionen Euro.

Allein im vergangenen Jahr wurden 2988 werdende Mütter aus Brandenburg mit rund 3,3 Millionen Euro aus Mitteln der Bundesstiftung „Mutter und Kind - Schutz des ungeborenen Lebens“ unterstützt, die durch die Landesstiftung vergeben werden.