G20-Gipfel: 35 Ermittlungsverfahren gegen Polizisten eingeleitet

Hamburg - Nach den schweren Krawallen am Rande des G20-Gipfels in Hamburg wurden 35 Ermittlungsverfahren gegen Polizeibeamte eingeleitet. Das bestätigte ein Sprecher der Hamburger Innenbehörde der „Welt“. In 27 Fällen gehe es um Körperverletzung im Amt, so der Sprecher.

Von den 35 Verfahren basieren 28 auf Strafanzeigen von Dritten, die restlichen sieben wurden von Amts wegen eingeleitet – darunter auch vier Fälle wegen Körperverletzung im Amt. Die Innenbehörde geht außerdem davon aus, dass noch weitere Ermittlungsverfahren hinzukommen werden.

Polizei steht in der Kritik

Kritiker hatten der Polizei vorgeworfen mit der Lage während des Gipfels überfordert gewesen zu sein. So hatten die Beamten angeblich auch bei Demonstrationen mit überwiegend friedlichen Teilnehmern teilweise Pfefferspray und Wasserwerfer eingesetzt.

Olaf Scholz, Hamburgs Erster Bürgermeister, hingegen sieht keine Schuld bei der Polizei. „Polizeigewalt hat es nicht gegeben, das ist eine Denunziation, die ich entschieden zurückweise“, sagte er dem Radiosender NDR 90,3.Schon in den vergangenen Tagen hatte Scholz die Polizei in Schutz genommen und sich auf die Seite der Beamten gestellt. Die Polizei war ausreichend vorbereitet, sagte er.

Fast 500 Polizisten verletzt

Während des G20-Gipfels gab es nach Angaben von Polizei-Einsatzleiter Hartmut Dudde insgesamt 186 Fest- und 225 Ingewahrsamnahmen. Demnach wurden 51 Haftbefehle erlassen. Wie viele Strafanzeigen es im Zusammenhang mit dem G20-Gipfel tatsächlich gegeben hat, konnte die Polizei am Donnerstag noch nicht beantworten.

Fast 500 Polizisten und eine unbekannte Anzahl an Demonstranten waren bei den drei Tage anhaltenden Krawallen in Hamburg verletzt worden. (jon)