G7-Gipfel inTaormina: Sicheheitszone vor hüberscher Kulisse

Taormina - Italien hat einen symbolischen Ort für den G7-Gipfel ausgewählt: Sizilien. Was das Treffen in der Stadt Taormina abseits der Tagesordnung ausmacht:

Tor zu Europa

Sizilien ist der Hauptankunftsort für Flüchtlinge, die aus Afrika über das Mittelmeer nach Europa gelangen wollen. Hier landen fast jeden Tag Schiffe mit Hunderten wenn nicht Tausenden geretteten Migranten an, oft werden hier auch Tote von Schiffsunglücken hergebracht. In diesem Jahr sind in Italien bisher mehr als 50 000 Flüchtlinge angekommen.

Kulisse

Taormina war einst Jet-Set-Ort für Promis wie Elizabeth Taylor. Die Stadt bietet eine perfekte Kulisse für schöne Bilder. Der 11 000-Einwohner-Ort mit pittoresker Altstadt liegt auf einem Plateau mit Blick aufs Mittelmeer. Die Stadt ist eines der wichtigsten Reiseziele auf Sizilien.

Die engen und steilen Gassen wurden laut Medienberichten vor allem für Trumps langen Konvoi als Problem eingestuft. Immer wieder hieß es auch, die Baumaßnahmen würden nicht rechtzeitig fertig. „Wir haben das Unmögliche möglich gemacht ... Wir haben in 40 Tagen das geschafft, was normalerweise Jahre dauert“, sagte aber Bürgermeister Eligio Giardina kurz vor Beginn.

Unmut

An den Gipfeltagen verwandelt sich die Stadt in eine Sperrzone. Das sorgte im Vorfeld für Ärger unter den Geschäftsleuten. Die Delegationen dagegen klagten über horrende Preise für die Hotelzimmer, die teilweise mehr als Tausend Euro die Nacht kosten.

Vulkan

Vom griechischen Theater aus, dem Wahrzeichen von Taormina, bietet sich ein Panoramablick auf den Ätna. Der Vulkan gehört zu den aktivsten der Welt. Kommt es zu einer Eruption – wie zuletzt im April –, kann sich das auf den Flugverkehr in Catania auswirken.

Sicherheit

Mehr als 7000 Einsatzkräfte von Polizei und Militär kümmern sich um die Sicherheit der mehr als 2000 Delegationsmitglieder und rund 2000 akkreditierten Journalisten. Schiffe mit geretteten Migranten sollen an den Gipfeltagen nicht in Sizilien anlegen, sondern umgeleitet werden. Zusätzlich sind Tausende Einsatzkräfte in ganz Italien unter anderem für Anti-Terror-Maßnahmen im Einsatz. Touristen in Taormina müssen sich an den Gipfeltagen andere Badestrände suchen.

Demonstrationen

Schon vor Beginn hatte die Polizei vermehrt Personen kontrolliert, um zu verhindern, dass gewaltbereite G7-Gegner nach Sizilien gelangten. 2001 hatte es blutige Ausschreitungen mit einem Toten beim G8-Gipfel in Genua gegeben. Die autonome Szene in Italien gilt als gewalttätig und gut organisiert. Bei mehreren Demonstrationen werden mehr als 3000 Teilnehmer erwartet. (dpa)