Lucca - Die USA wollen nach Aussage ihres Außenministers Rex Tillerson strategische Optionen und Möglichkeiten ausloten, um die Gewalt in Syrien einzudämmen.

Die Vereinigten Staaten hofften außerdem, dass der syrische Präsident Baschar al-Assad nicht Teil einer Zukunft Syriens sein werde, sagte Tillerson beim G7-Außenministertreffen im italienischen Lucca, wo der Syrienkrieg im Mittelpunkt der Beratungen der sieben führenden westlichen Staaten stand. Im Anschluss reist Tillerson weiter nach Moskau, wo er am Mittwoch seinen russischen Amtskollegen Sergej Lawrow treffen wird.

Vor seiner Reise drängte Tillerson Russland, in dem Bürgerkrieg klar Stellung zu beziehen. Moskau müsse wählen, ob es sich mit den USA und ihren Verbündeten oder mit der syrischen Regierung Assads, dem Iran und der Hisbollah verbünden wolle, sagte Tillerson in Lucca.

Russland und der Iran sind seit Jahren Verbündete Assads. Die G7-Staaten wollen Russland aber zu neuen Verhandlungen über ein Ende des inzwischen sechs Jahre währenden Kriegs bewegen. Die USA hatten in der vergangenen Woche einen Vergeltungsangriff auf eine Luftwaffenbasis von Assads Truppen lanciert - als Antwort auf einen mutmaßlichen Giftgasangriff der Regierungsarmee gegen einen von Rebellen kontrollierten Ort.

Tillerson warf Russland vor, darin gescheitert zu sein, Assad von dem Gebrauch von Chemiewaffen abzuhalten. Es sei unklar, ob Russland seine Verpflichtung nicht ernst genommen habe oder „unfähig” war. „Aber diese Unterscheidung macht für die Toten keinen großen Unterschied”, sagte Tillerson. „Wir dürfen nicht zulassen, dass das wieder geschieht.” (dpa)