Er hat sein Wort gehalten. Eher werde er als Märtyrer auf heimatlichem Boden sterben, als ins Ausland flüchten, hatte Muammar al-Gaddafi immer wieder getönt. Er scheint, wie angedroht, buchstäblich bis zum letzten Blutstropfen gekämpft zu haben. Am Donnerstag wurde der „Bruder Führer“ oder der „König der Könige Afrikas“, wie er sich mitunter zu betiteln pflegte, bei Kämpfen in Sirte, seiner libyschen Heimatstadt und letzten Bastion, getötet. „Wir verkünden der Welt, dass Gaddafi durch die Hände der Revolution getötet wurde. Das ist ein historischer Moment, es ist das Ende der Tyrannei und der Diktatur.“ So meldete es am Nachmittag der Libysche Übergangsrat, nachdem zunächst von der Verhaftung des Diktators die Rede gewesen war. Offen blieb zu dieser Zeit noch, ob Gaddafi verwundet gefangen genommen wurde und später seinen Verletzungen erlegen ist, ob er eventuell einem Racheakt zum Opfer fiel oder er tatsächlich im Kampf gefallen ist. Einiges spricht dafür, dass ein Fahrzeugkonvoi mit Muammar al-Gaddafi von Flugzeugen der Nato beschossen wurde, als er sich aus Sirte entfernte.

So unklar die genauem Umstände seines Todes im Moment noch seien mögen, eines ist sicher: In Libyen ist eine Epoche zu Ende gegangen. Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi, in Gaddafis besseren Zeiten einer seiner engsten Vertrauten, fand schnell die ihm gemäßen Worte für den Abgang des Tyrannen: „Sic transit gloria mundi“, ließ er verlauten. So vergeht der Ruhm der Welt.

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