Gazastreifen: Gewalt eskaliert – vier Palästinenser und ein israelischer Soldat getötet

Tel Aviv - Ein israelischer Soldat ist am Freitag durch Schüsse militanter Palästinenser an der Gaza-Grenze getötet worden. Dies teilte die israelische Armee am Abend mit. Israelische Medien stuften dies als „schwerwiegendsten Grenzzwischenfall seit dem Gaza-Krieg 2014“ ein.

Als Reaktion auf den Vorfall griff Israel am Freitag zahlreiche Hamas-Ziele im Gazastreifen mit Kampfjets und Panzern an. Die israelische Armee teilte am Freitagabend mit, es seien 15 Militärziele im Hauptquartier einer Hamas-Bataillon in Saitun im Norden des Gazastreifens getroffen worden. Darunter seien ein Waffen- und ein Ausrüstungslager, Trainingseinrichtungen sowie Kontrollräume.

Angriffe dauern an

Die Angriffe dauerten auch am späten Abend weiter an. Bei Angriffen im Süden des Gazastreifens wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza mindestens vier Palästinenser, darunter drei Hamas-Mitglieder, getötet.

Ein israelischer Armeesprecher drohte dem Chef der im Gazastreifen herrschenden Hamas außerdem direkt über Twitter. Der für Mitteilungen in arabischer Sprache zuständige Militärsprecher Avichai Adrai veröffentlichte am Freitag einen Beitrag mit dem Bild von Jihia al-Sinwar, dem Gaza-Chef der Hamas. „Wo bin ich? Was erwartet mich?“, stand darauf.

Al-Sinwar habe die Einwohner des Gazastreifens durch „dumme Schritte“ in Schwierigkeiten gebracht, heiß es weiter. „Es ist wichtig, daran zu erinnern, dass niemand der an Terrorismus beteiligt ist, Immunität genießt.“ Israel hatte in der Vergangenheit mehrere führende Hamas-Mitglieder gezielt getötet. (dpa)