Cannabis ist eine beliebte Droge.
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Die Rauschgiftdelikte nehmen weiter zu. Das ist ein echtes Problem für Deutschland. Nicht nur als Schmuggel- und Handelsplatz hat Deutschland mittlerweile eine vordere Stellung im illegalen Drogenhandel, auch die Zahl der Konsumenten steigt dem neuesten Lagebericht des BKA zufolge an. Dass Kokain nicht mehr der Elite vorbehalten ist, verdeutlicht, wie ausgeprägt der Handel damit ist. Aus Taxis und im Internet gibt es Päckchen für jeden Geldbeutel.

Die Funde von Zoll und Polizei sind zwar enorm groß, doch wenn selbst die Pandemie das Angebot nicht schmälern kann, lässt sich wohl nur erahnen, wie groß das Angebot auf dem Marktplatz Deutschland wirklich ist.

Die Drogenbeauftragte ist mit Präventionsangeboten natürlich auf dem richtigen Weg. Die Idee, die Suchtproblematik aus der gesellschaftlichen Tabuzone zu holen, ist ebenfalls wichtig, wenn es um die Bekämpfung von Drogenabhängigkeit geht. Noch förderlicher wäre aber, mündige Bürger, die ab und zu Cannabis konsumieren, gar nicht erst zu kriminalisieren. 60 Prozent der Delikte hängen mit der pflanzlichen Droge zusammen. Die Kapazitäten, die die Polizei für die Gelegenheitskiffer aufwendet, könnten eingesetzt werden, um die harten Problemfälle, die organisierten Schmuggler, dingfest zu machen.

Durch die Kriminalisierung von Cannabis geraten – meist junge – Menschen schneller in ein Milieu, in dem noch härtere Drogen konsumiert werden. Die Grenze des Illegalen zu verschieben, könnte sie davor bewahren. Nichtsdestotrotz ist es bedenklich, dass sich Jahr für Jahr immer mehr Menschen mit illegalen Substanzen zudröhnen. Zwar ist niemand von seiner Eigenverantwortung zu entbinden, dennoch muss sich auch die Gesellschaft fragen, warum so viele der Realität entfliehen wollen. Und ob vielleicht auch die Doppelmoral im Umgang mit dem legalen Sucht- und Dröhnmittel Alkohol etwas damit zu tun hat.