Berlin - Nach der Bekundung ihres Bedauerns hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ihre Kritik an der Bundeswehr auch inhaltlich teilweise revidiert. „Jeden Tag werden in der Bundeswehr Regelverstöße korrekt geahndet, die innere Führung greift”, sagte sie der „Bild am Sonntag”.

Vor einer Woche hatte sie im Zusammenhang mit dem terrorverdächtigen rechtsextremen Offizier Franco A. gesagt: „Die Bundeswehr hat ein Haltungsproblem und sie hat offensichtlich eine Führungsschwäche auf verschiedenen Ebenen.” Nach heftiger Kritik an ihrer Äußerung hatte von der Leyen bedauert, ihre Vorwürfe nicht in die Gesamtleistung der Bundeswehr eingeordnet zu haben - hatte aber nichts zurückgenommen.

Nachdem nun erneut Wehrmachtsandenken in einer Kaserne gefunden wurden, hat Generalinspekteur Volker Wieker nach Informationen der Zeitung die Durchsuchung aller Bundeswehrgebäude angeordnet. Wieker wies demnach am Freitag an, die Einhaltung der Regeln zum Traditionsverständnis in Bezug auf Nationalsozialismus und Wehrmacht zu untersuchen.

Bis Dienstag müssen die Inspekteure der Teilstreitkräfte einen Zwischenbericht abliefern, abgeschlossen sein muss die Überprüfung bis zum 16. Mai. Wiekers Anordnung liegt der „Bild am Sonntag” vor.

Von der Leyen warb um Unterstützung der Truppe. „Der jetzt begonnene Aufarbeitungsprozess erfordert Courage und langen Atem. Wir sollten jetzt gemeinsam, vom General bis zum Rekruten, diesen Prozess mit aller Kraft unterstützen. Es geht um nicht weniger als den Ruf unserer Bundeswehr.” (dpa)