Paris - Der jüdische Widerstandskämpfer Georges Loinger, der während des Zweiten Weltkriegs Hunderte Kinder vor den Nazis rettete, ist mit 108 Jahren gestorben. Der 1910 als Sohn einer jüdischen Familie in Straßburg geborene Loinger starb am Freitag, wie die Stiftung zur Erinnerung an die Shoah in Paris mitteilte. Die Stiftung würdigte Loinger als „Ausnahmemensch, dessen Kämpfe in der Erinnerung bleiben werden“.

Rund 350 jüdische Kinder gerettet

Loinger schloss sich im von Deutschland besetzten Frankreich dem Widerstand an. Unter dem Deckmantel von Sommerlagern brachte der Sporttrainer mit Unterstützern rund 350 jüdische Kinder über die Grenze in die Schweiz. Er bewahrte die Jungen und Mädchen so vor der Deportation nach Auschwitz. Nach dem Krieg half er Überlebenden des Nazi-Regimes, nach Palästina zu kommen. Er war auch an der Gründung der Abraham-Brüderschaft beteiligt, die für die Annäherung der drei montheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam eintritt.

Frankreich und Israel hatten Loinger mehrfach geehrt, 2016 bekam er auch das Bundesverdienstkreuz. Es wurde ihm in der deutschen Botschaft in Paris verliehen. (dpa, afp)