Gesagt ist gesagt. „Wir sind in guten Gesprächen mit Berlin-Chemie. Die sind bereit, die Impfstoffproduktion aufzunehmen.“ Das sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Donnerstag bei einer der unzähligen Corona-Debatten im Abgeordnetenhaus. Große Unruhe im Hohen Haus. Ein Impfstoff aus Berlin – ausgerechnet jetzt, da die zermürbte Republik darüber grübelt, ob Verkäufer (Biontech/Pfizer, Moderna, Astrazeneca) oder Käufer (Bundesregierung, EU) daran schuld sind, dass so wenig Impfstoff ankommt? Ein neuer Impfstoff als Silberstreif am düsteren Pandemie-Horizont? Ein Gamechanger made in Berlin? Wenn ja, wäre es alleine schon ein Coup, dass die Entwicklung so lange geheim geblieben ist.

Besonders aufmerksame Beobachter wollen jedoch noch in der unmittelbar danach entstandenen Unruhe im Parlament durch Michael Müllers Corona-Maske hindurch erkannt haben, wie dem Regierenden Bürgermeister die Züge entglitten. Und so dauerte es am Donnerstag nicht lange, bis klar wurde: Nein, Berlin-Chemie, ein traditionsreiches Pharmaunternehmen aus Adlershof, ist keineswegs kurz davor, ein Corona-Vakzin zu produzieren. Man sei dazu technologisch gar nicht in der Lage, hieß es am Abend. Zu dem Zeitpunkt war längst eine Sprachregelung des Senats durchgesickert: Von Produktion könne nicht die Rede sein, vielleicht von „Abfüllung“.

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