BerlinDie Zahlen, die Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) vor zwei Wochen gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt vorstellte, machen sprachlos: Jede vierte Frau ist mindestens einmal in ihrem Leben von häuslicher Gewalt betroffen. 117 Frauen wurden 2019 in Deutschland von ihren (Ex-)Partnern ermordet oder getötet. Tendenz steigend. Eine UN-Studie hat Anfang des Jahres herausgefunden, dass jeder vierte Mensch es gerechtfertigt findet, als Mann seine Frau zu schlagen.

Die aktuelle Corona-Krise wirkt wie ein zusätzliches Brennglas, die Gefahr, dass die Gewalt daheim eskaliert, nimmt zu. „Die Lockdown-Situation bringt emotionale Belastungen, existenzielle Sorgen und ein pausenloses, mitunter beengtes Zusammenleben mit sich“, sagt Elisabeth Oberthür, Sprecherin der Frauenhauskoordinierung. „Weder Lockdown noch Pandemie sind aber ursächlich für die Gewalt, sie sind eher mögliche Katalysatoren.“

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