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BerlinDie Gewalt gegen Frauen nimmt zu. Mehr als 114.000 Frauen sind nach Angaben von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) im vergangenen Jahr in Deutschland Opfer von Partnerschaftsgewalt geworden. Insgesamt seien 140.755 Menschen betroffen gewesen, über 81 Prozent davon Frauen, sagte Giffey am Montag im ARD-„Morgenmagazin“. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Zahl leicht angestiegen. Giffey führte dies auf eine höhere Bereitschaft, Anzeige zu erstatten, zurück. Die Gewalttaten reichen demnach von Körperverletzung bis hin zu Mord und Totschlag. 

122 Frauen wurden 2018 von ihrem Partner getötet 

Die Ministerin nannte die Zahl „alarmierend“. Die Dunkelziffer sei zudem noch höher. 122 Frauen seien im vergangenen Jahr von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet worden. „Jeden Tag findet ein Versuch statt, jeden dritten Tag wird der Versuch vollendet“, sagte Giffey. Die Ministerin will heute in Berlin anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen die Zahlen offiziell vorstellen und die bundesweite Initiative „Stärker als Gewalt“ starten. Giffey zufolge sind daran „alle großen Organisationen, die Hilfe leisten“, beteiligt. Ziel sei es, die Hilfsangebote bekannter zu machen. Der Bund will zudem innerhalb der nächsten vier Jahre 120 Millionen Euro für Frauenhäuser und Frauenberatungsstellen bereitstellen. Das Geld fließe in die Erweiterung von Frauenhäusern und die Schaffung neuer Plätze, sagte Giffey. Sie betonte jedoch, beim Ausbau der Kapazitäten seien auch die Länder gefragt. „Wir sehen weiße Flecken, nicht nur in den Großstädten, sondern gerade auch in den ländlichen Gebieten.“

Berliner Senat flaggt zum Aktionstag

Anlässlich eines weltweiten Aktionstags soll am Montag an allen Berliner Senatsverwaltungen und Rathäusern eine Flagge gegen Gewalt an Frauen gehisst werden. Die Anti-Gewalt-Fahne am Roten Rathaus wird am Mittag (11.30 Uhr) in Anwesenheit von Gleichstellungssenatorin Dilek Kalayci und Staatssekretärin Sawsan Chebli (beide SPD) hochgezogen, wie es in einer Mitteilung hieß. Am Brandenburger Tor und am Abgeordnetenhaus möchte die Menschenrechtsorganisation Terre des Femmes ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen in der Prostitution setzen. Die Organisation setzt sich dafür ein, dass die Nachfrage nach käuflichem Sex durch ein Sexkaufverbot eingedämmt wird. Am Abgeordnetenhaus soll am Vormittag (11.00 Uhr) ebenfalls eine Fahne gehisst werden. Beim „Internationalen Aktionstag gegen Gewalt an Frauen“ wird auf der ganzen Welt gegen die Erniedrigung und Diskriminierung von Frauen demonstriert. In Berlin gibt es viele weitere Aktionen.

Weltweit ermordete Frauen
Grafik: AFP