Brüssel - Bei der Fahndung nach dem Schlüsselverdächtigen der Pariser Anschläge ist die belgische Polizei auf eine falsche Fährte gesetzt worden: Im Brüsseler Problemviertel Molenbeek waren am Sonntagabend zwei Wohnungen durchsucht worden, weil sich dort der Islamist Salah Abdeslam versteckt haben sollte, wie die Polizei am Montag mitteilte. Doch blieben die Aktionen ergebnislos.

Ein Mann hatte angegeben, Abdeslam habe sich in einem unbewohnten Haus versteckt. „Aller Wahrscheinlichkeit sind der Polizei bewusst falsche Informationen übermittelt worden“, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Der Informant wurde noch am Sonntagabend selbst festgenommen und am Montag als Verdächtiger verhört.

Sollte sich der Verdacht auf eine gezielte Täuschung erhärten, könnte der Mann angeklagt werden und in Untersuchungshaft landen. Ein Bruder von Salah Abdeslam hatte sich am 13. November in Paris in die Luft gesprengt. Bei der Anschlagsserie waren 130 Menschen getötet worden. Salah Abdeslam war danach unbehelligt von Bekannten in Paris mit dem Auto abgeholt und zurück nach Belgien gebracht worden. Seitdem fehlt von ihm jede Spur. (afp)