Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD)
Foto: ANNEGRET HILSE / POOL / AFP

BerlinVor den Beratungen über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise hat Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) eine schrittweise Öffnung der Kitas gefordert. Den Vorschlag er Nationalakademie Leopoldina, die Einrichtungen bis zu den Sommerferien weitgehend geschlossen zu lassen, halte sie „nicht für einen guten Weg“, sagte Giffey am Mittwoch im ARD-„Morgenmagazin“. „Wir müssen hier zu einer schrittweisen Rückkehr zur Normalität kommen.“

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Giffey verwies laut Nachrichtenagentur AFP unter anderem auf die Betreuungsprobleme alleinerziehender Erwerbstätiger. Auch müsse daran gedacht werden, dass ältere Kita-Kinder auf den Wechsel zur Grundschule vorbereitet werden müssten. Und es gebe Kinder, die zuhause „in einer eher schwierigen Lage“ lebten.

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Wenn der Experten-Empfehlung gefolgt werde, dass lediglich fünf Kinder pro Erzieherin in einem Raum betreut werden sollten, könne nur etwa ein Drittel der mehr als drei Millionen Kita-Plätze in Deutschland genutzt werden, rechnete Giffey vor. Somit müsse abgewogen werden, welche Familien diese Plätze nutzen könnten. Zudem müssten in den Kitas Hygiene- und Schutzausrüstungen zur Verfügung stehen.

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Giffey äußerte sich zugleich skeptisch zu Überlegungen, ältere Menschen als besonders gefährdete Risikogruppen grundsätzlich anders zu behandeln als den Rest der Bevölkerung. Es dürfe keine „Zweiklassengesellschaft“ geben, sagte sie mit Blick auf die Corona-Beschränkungen. Auch ältere Menschen seien „mündige Bürger“. Es könne nicht einfach nur bestimmten Gruppen verboten werden, „das Haus zu verlassen“.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder beraten am Nachmittag über das weitere Vorgehen bei der Bekämpfung des neuartigen Coronavirus. Dabei wird die Frage, wann welche Einschränkungen gelockert werden, eine zentrale Rolle spielen.

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