Berlin - Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey hat sich skeptisch zur Diskussion um autofreie Kieze in Berlin geäußert. „Wenn so ein Vorschlag in die Diskussion eingebracht wird, muss man sich sehr gut überlegen, was das für Folgen hat“, sagte die SPD-Landesvorsitzende am Donnerstag bei einem Pressegespräch in Berlin. „Wenn man einen Kiez vor Autoverkehr oder vor Parken schützt, muss man sich fragen, was passiert um den Kiez herum.“ Dort lebten schließlich auch Menschen.

„Manche werden es als Befreiung verstehen, manche als Belastung. Wir haben nun mal Menschen, die auf das Auto angewiesen sind“, sagte Giffey. Es reiche jedenfalls nicht, einfach nur die Autos rauszunehmen. Wichtig sei zu überlegen, was dort als Alternative möglich sei. „Wenn man sagt, hier soll eine Fußgängerzone entstehen, dann müssen dafür auch Gelder bereitstehen, und dann muss das konzeptionell geplant werden.“

Giffey appellierte daran, mit solchen Vorschlägen sehr sorgsam umzugehen und gut abzuwägen, ob das im Gesamtkontext wirklich helfe. „Es reicht nicht zu sagen, den einen Kiez machen wir schön und was drumrum passiert, das ist dann Kollateralschaden. Das darf nicht sein.“

Entsprechende Pläne gibt es etwa in Friedrichhain-Kreuzberg. Dort soll im Graefekiez im Rahmen eines Verkehrsversuchs die Zahl privater Parkplätze drastisch eingeschränkt werden. In Berlin-Mitte gibt es ähnliche Überlegungen, wie die „B.Z.“ (Mittwoch) berichtete. Dort hat sich die SPD des Bezirks dafür eingesetzt.