Berlin - Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) hat das Ziel von 100.000 neuen Wohnungen bis Ende 2026 ausdrücklich verteidigt, hält es aber für möglich, dass es nicht erreicht wird. „Selbstverständlich wird dieser Krieg, werden die Lieferengpässe, werden die Preissteigerungen und der Fachkräftemangel Auswirkungen haben“, sagte Giffey am Dienstag nach einer Sitzung des Senats. „Es kann auch sein, dass wir diese Ziele nicht erreichen, dass wir nicht auf 100.000 bis 2026 kommen. Es kann auch sein, dass wir in diesem Jahr nicht auf die 20.000 kommen.“ Letzteres sei allerdings ohnehin ein Durchschnittswert.

„Dennoch glaube ich, ist es wichtig, dass wir alle diese gemeinsame Zielsetzung verfolgen und sagen, das ist eigentlich das, wo wir hin wollen“, sagte Giffey. Am Montag hatten Vertreter unter anderem aus Politik, Wohnungsunternehmen und Verbänden der Immobilienwirtschaft eine Vereinbarung unterschrieben, in der diese Neubauziele genannt sind. Das Bündnis für Wohnungsneubau und bezahlbares Wohnen hatte zuvor rund sechs Monate lang verhandelt.

Giffey räumte ein, die Bündnisvereinbarung sei nur ein Anfang. „Natürlich kann man nicht Wunder erwarten“, sagte sie. Und ein solches Bündnis könne auch nicht zaubern. „Es ist aber viel, viel mehr, als wir bisher hatten.“

Es gehe nun darum, so viel wie möglich zu tun, um ein Höchstmaß der vereinbarten Ziele tatsächlich zu erreichen, sagte Giffey. Aus ihrer Sicht wäre es auch falsch, die Ziele trotz der erwähnten Schwierigkeiten runterzuschrauben. Schließlich habe man sich für die Zahlen am Bedarf orientiert.

Sich ein Ziel zu setzen, erhöhe außerdem die Chance, es auch zu erreichen. Das Bündnis habe sich ein Ziel gesetzt, sogar mehrere Ziele, sagte Giffey. „Und ich finde, das ist ein Erfolg. Und auf jeden Fall ist es viel, viel besser, als wenn wir gar nichts gemacht und einfach nur beklagt hätten, dass die Lage schwierig ist.“