Berlin - Als meine Mutter 1977 nach Baden-Württemberg kam, fühlte sie sich, als wäre sie auf einem fremden Planeten gelandet. Sie hatte gerade ihr Studium in ihrer Heimat beendet, sich in einen Deutschen verliebt und einen Vollzeitjob in Deutschland. Bekam ein Kind, blieb ein paar Monate zu Hause, arbeitete weiter. So kannte sie das aus ihrer Heimat Finnland. Aber die Menschen um sie herum kannten das nicht. Während meine Mutter arbeitete, waren die Frauen um sie herum beim Kaffeekranz oder auf dem Tennisplatz und nannten sie Rabenmutter. Das Wort kannte sie bis dahin nicht. Immerhin musste sie sich bei meinem Vater keine Arbeitserlaubnis einholen – Frauen in Westdeutschland sollten bis 1977 nur berufstätig sein, wenn das „mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar“ war.

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