Vater und Kind (Symbolbild).
dpa: imago

BerlinAm Anfang sah es so aus, als würde die Coronakrise die Gleichberechtigung zurückwerfen. Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, sprach Anfang Mai in der Talkshow Anne Will davon, dass die Frauen eine „entsetzliche Retraditionalisierung“ erfahren würden. „Ich glaube nicht, dass man das so einfach wieder aufholen kann und dass wir von daher bestimmt drei Jahrzehnte verlieren.“

Stimmt das? Hat die Krise eine „entsetzliche Retraditionalisierung“ bewirkt? Wenn man sich in den vergangenen Monaten mit anderen Müttern austauschte, merkte man, dass die Antwort gar nicht so einfach ist. In manchen Familien kümmerte sich der Partner mehr als vorher, weil die Mutter in einem systemrelevanten Job arbeitete. In anderen Familien wurden die Rollen neu verteilt – und Väter leiteten Konferenzen und beschulten parallel den Nachwuchs. Manche Familien hatten nervenaufreibende Wochen hinter sich, weil sie sich zwischen Home-Schooling, Betreuung von Kleinkindern und einem fordernden Beruf permanent zerrissen fühlten. Andere schickten Bilder von idyllischen Ausflügen herum und lobten die intensive Familienzeit.

Lesen Sie doch weiter

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Oder das E-Paper? Hier geht’s zum Abo Shop.