Berlin - Als erstes Land der Welt will Island per Gesetz die Lohngleichheit von Mann und Frau vorschreiben. Das teilte die Regierung am vergangenen Mittwoch, dem internationalen Frauentag, mit. Geplant sei demnach ein Gesetz, laut dem öffentliche und private Unternehmen mit mehr als 25 Angestellten nachweisen müssen, dass sie ihren Angestellten bei gleicher Arbeit den gleichen Lohn zahlen. Geschlecht, Ethnizität, Nationalität oder Sexualität sollen dabei keine Rolle mehr spielen. Die neue Vorschrift soll 2020 in Kraft treten. „Es ist an der Zeit, etwas Radikales in diese Richtung zu unternehmen“, sagte der isländische Gleichstellungs- und Sozialminister Thorsteinn Víglundsson.

Lücke soll bis 2020 geschlossen werden

Island zählt in Sachen Gleichstellung sowieso schon zu den fortschrittlichsten Ländern. Auf einer entsprechenden Liste des Wirtschaftsforums belegt der Inselstaat den ersten Platz. Dennoch verdienen auch in Island heutzutage Frauen noch 14 bis 18 Prozent weniger als Männer. Diese Lücke soll das neue Gesetz nun bis 2022 schließen. Der Entwurf wird voraussichtlich alle parlamentarischen Hürden nehmen, da er auch von der Opposition unterstützt wird. „Wir müssen dafür sorgen, dass Männer und Frauen am Arbeitsplatz Chancengleichheit genießen. Es liegt in unserer Verantwortung, jede Maßnahme zu ergreifen, um dies möglich zu machen“, sagte Sozialminister Víglundsson. In Deutschland liegt der Lohn-Unterschied zum Vergleich bei etwa 21 Prozent.

Vor Island hatten bereits unter anderem Mexiko, Australien, Großbritannien und der US-Bundesstaat Minnesota ähnliche Vorgaben eingeführt. Island wird nach Meinung von Experten jedoch weltweit das erste Land sein, dass die Lohngleichheit von Mann und Frau gesetzlich vorschreibt.