BonnTrotz erheblicher Einschränkungen durch die Corona-Pandemie ist das Glücksniveau in Deutschland in diesem Jahr nur leicht gesunken. Die generelle Lebenszufriedenheit liegt mit einem Indexwert von 6,74 Punkten auf einer Skala von null bis zehn nur rund sechs Prozent unter dem Allzeithoch von 2019, wie aus dem am Mittwoch vorgestellten Glücksatlas der Deutschen Post hervorgeht.

Demnach sind 80 Prozent der Befragten froh, während der Corona-Krise in einem Land wie Deutschland zu leben. Der Großteil der Bevölkerung glaubt, nach der Pandemie wieder genauso zufrieden zu sein wie davor. „Es ist erfreulich, dass die Deutschen trotz Corona optimistisch in die Zukunft schauen“, fasste Konzernverstand und Arbeitsdirektor Thomas Ogilvie die Erhebung zusammen.

Im Ost-West-Vergleich fiel das Glücksniveau in Westdeutschland laut Umfrage insgesamt etwas stärker ab. In der Folge löst sich der Unterschied bei der generellen Lebenszufriedenheit zwischen den alten und neuen Bundesländern fast auf: Befragte in Westdeutschland sind nur noch 0,05 Punkte zufriedener als Ostdeutsche –2019 betrug der Abstand noch 0,17 Punkte.

Klimawandel bleibt trotz Corona die Hauptsorge

Obwohl die Corona-Pandemie weiterhin die Schlagzeilen beherrscht, hat sie aber das Thema „Nachhaltigkeit“ nicht verdrängt. So machen sich 65 Prozent der Deutschen langfristig mehr Sorgen um den Klimawandel als um die Bekämpfung des Coronavirus. Die Daten zeigen, dass nachhaltiger Konsum beim Großteil der Deutschen die Lebenszufriedenheit deutlich fördere.

Die Folgen der Pandemie schlagen den Deutschen allerdings schon aufs Gemüt: Kurzarbeit oder schwierige Bedingungen im Homeoffice führen bei 32,2 Prozent der Befragten dazu, dass sich ihre Arbeitszufriedenheit in dieser Zeit eher verringert hat. Bei Frauen ist der Effekt deutlicher ausgeprägt als bei Männern.

Berlin auf den hinteren Rängen

Die glücklichsten Menschen leben laut dem Atlas in Norddeutschland: Mit rund 6,9 Punkten auf der Glücksskala teilen sich Schleswig-Holstein und Hamburg den ersten Platz. Platz drei geht an Baden-Württemberg (6,88 Punkte), gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 6,83 Punkten. Bayern (6,81) erreicht den fünften Platz. Mit Sachsen-Anhalt (6,80) auf Platz sechs schafft es erstmals ein ostdeutsches Bundesland vor eine westdeutsche Region.

Die Region Berlin-Brandenburg befindet sich mit 6,7 Punkten auf dem achten Platz wieder. Auf den hinteren Rangplätzen tummeln sich ost- und westdeutsche Bundesländer gleichermaßen. Hessen landet auf Platz zwölf mit 6,63 Punkten, gefolgt von Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Thüringen verliert als einziges ostdeutsches Bundesland und landet bei 6,5 Punkten.

Die Post veröffentlichte den Glücksatlas zum zehnten Mal. Die Daten für die Studie stammen aus einer Umfrage des Allensbach-Instituts mit mehr als 4600 Teilnehmern.