BerlinAnders als Frankreich wird Deutschland die rechtsextremen türkischen „Grauen Wölfe“ vorerst wohl nicht verbieten. Sicherheitskreise halten die juristischen Hürden hierzulande für ein solches Verbot für zu hoch. Im November hatte der Bundestag nahezu einstimmig einem Antrag zugestimmt, ein Verbot der in Vereinen organisierten Bewegung zu prüfen. Die „Grauen Wölfe“ seien rassistisch, antisemitisch und demokratiefeindlich und bedrohen die innere Sicherheit in Deutschland, hieß es zur Begründung in dem gemeinsamen Antrag von CDU, SPD, Grünen und FDP.

In Frankreich war die Auflösung der Organisation damit begründet worden, dass ihre Anhänger Diskriminierung und Hass schüren und an Gewaltaktionen beteiligt seien. Auch in Österreich hatte es zuletzt gewalttätige Attacken von „Grauen Wölfen“ auf kurdische Demonstranten und Journalisten gegeben. In der Bundesrepublik beobachten die Sicherheitsbehörden ebenfalls seit einigen Jahren eine wieder zunehmende Aktivität der „Wölfe“. Zwar würden sich die Anhänger der Bewegung, von denen viele in Vereinen organisiert seien, nach außen gesetzeskonform und unauffällig geben, heißt es in einer Einschätzung des Verfassungsschutzes. Das täusche jedoch nicht darüber hinweg, dass die „Grauen Wölfe“ ihre ultranationalistische und rassistisch geprägte Ideologie unter hier lebenden Landsleuten verbreiten. Darüber hinaus würden Anhänger der Gruppierung Konflikte mit politischen Rivalen etwa über das Vorgehen des türkischen Militärs gegen die PKK in der Türkei, im Irak und in Nordsyrien hierzulande teils gewalttätig austragen, warnt der Geheimdienst.

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